Bosch Rexroth legt trotz schwachen Marktes leicht zu

Bosch Rexroth ist im vergangenen Geschäftsjahr wieder gewachsen und hat einen Umsatz von 6,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

22. April 2013

Das ist der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Damit trotzte der Zulieferer für den Maschinen- und Anlagenbau dem Marktrückgang in China und der Rezession in Europa. „Der weltweite Maschinenbaumarkt hat nach zwei stürmischen Erholungsjahren 2010 und 2011 vor allem in der zweiten Hälfte 2012 deutlich an Dynamik verloren", erklärte Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, während der Jahrespressekonferenz auf der Hannover Messe. Für 2013 stellt sich das Unternehmen auf Herausforderungen ein. „Die langfristigen Wachstumstrends bleiben jedoch bestehen“, betonte Tragl.

Nach einem sehr guten ersten Quartal hat sich das Investitionsklima weltweit im Lauf des Jahres 2012 merklich abgekühlt. Dieser Trend wird sich voraussichtlich noch bis Mitte dieses Jahres fortsetzen und den Maschinen- und Anlagenbau belasten. Wie die gesamte Branche spürt auch Bosch Rexroth vor allem die nachlassende Dynamik in China. Dort brach beispielsweise die Nachfrage nach Baumaschinen um 40 Prozent ein. „Während der Krise 2008 und 2009 war China noch der wesentliche Pfeiler, der die Investitionsgüterindustrie stützte. Im vergangenen Jahr haben die USA diese Rolle übernommen“, erklärte Tragl und fügte hinzu: „Als weltweit agierendes Unternehmen, das auf allen wichtigen Kernmärkten präsent ist, konnten wir deshalb diese Nachfrageverschiebung mitgehen und somit trotz des schwierigen Marktes einen Spitzenumsatz erzielen.“

Gleichzeitig hat sich die Rezession in vielen Ländern Europas weiter verschärft. „Während wir in China von einem zeitlich begrenzten Rückgang ausgehen, sehen wir in Europa auch strukturelle Gründe für die schleppende Marktentwicklung“, stellte Tragl fest. Vom zweiten Halbjahr 2012 an ging der Auftragseingang deutlich zurück, was sich auf die Auslastung der Werke bis weit in das laufende Jahr hinein auswirken wird. Ende 2012 beschäftigte das Unternehmen rund 37.500 Mitarbeiter davon 18.900 in Deutschland. Die geringere Auslastung wird derzeit in einigen Werken mit verschiedenen Arbeitszeitmaßnahmen wie beispielsweise Kurzarbeit ausgeglichen.

Eine Erholung erwartet der Ausrüster des weltweiten Maschinen- und Anlagenbaus frühestens vom kommenden Sommer an – beispielsweise in China. Positive Impulse erwartet Bosch Rexroth weiterhin aus den USA, während in Europa die Risiken der Schuldenkrise das Investitionsklima weiter belasten werden. „Wir stellen deshalb unser Unternehmen auf ein schwieriges Jahr 2013 ohne Wachstum ein. Gleichwohl gehen wir davon aus, dass es uns gelingen wird, in diesem derzeit stagnierenden Markt zusätzliche Anteile zu gewinnen“, erklärte Tragl.

Trotz der aktuellen Konjunktur investiert das Unternehmen 370 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung. Das entspricht einem Umsatzanteil von 5,7 Prozent und liegt wieder über dem Branchendurchschnitt. In Summe hat Bosch Rexroth 2012 in neue Werke, Maschinen und Anlagen sowie die Forschung und Entwicklung 678 Millionen Euro investiert. „Unsere hohen Investitionen zeigen, dass Bosch Rexroth langfristig ausgerichtet ist und von einem weiteren Wachstum in den kommenden Jahren ausgeht“, so Tragl.

Im vergangenen Jahr eröffnete Bosch Rexroth im chinesischen Wujin ein neues Werk mit 1.200 Mitarbeitern, das auch über ein lokales F&E-Zentrum verfügt. „Unsere Kunden in China haben sehr positiv zur Kenntnis genommen, dass wir uns von punktuellen Konjunkturverschiebungen nicht beirren lassen und auch in schwierigen Zeiten an ihrer Seite stehen“, stellte Tragl fest. Im indischen Ahmedabad wurde im vergangenen Jahr mit dem Bau eines neuen Werks begonnen, das bisher gemietete Hallen ersetzen und erweitern soll. Zudem wurde die Produktionsfläche des US-amerikanischen Werks Fountain Inn verdoppelt.