Blau für Feldfrüchte

Vorausschauende Wartung - Eine digitale Wartungsplattform wie vCare erleichtert die Diagnose und Wartung von Feldgeräten erheblich. Vega bietet für seine Sensoren optional eine Vernetzung per Bluetooth an, um prozessrelevante Daten besser visualisieren zu können.

02. September 2019
 Blau für Feldfrüchte
Das Vega Inventory System liefert die Datenbasis für eine effiziente Logistikplanung — bis hin zur automatischen Nachbestellung. (Bild: Vega)

In der Prozessindustrie gilt das Verringern von Stillständen und Ausfallzeiten bei Maschinen und Anlagen als eine der größten wirtschaftlichen Herausforderungen – dicht gefolgt von den Standzeiten durch Reinigen oder Rüsten. Dabei werden in zunehmend komplexen Anlagen auch die Fehler immer schwerer zu durchschauen. Auch die Suche danach kann sich mühsam gestalten.

Digital vernetzte Sensoren besitzen das Potenzial echter Wettbewerbs- und Kostenvorteile, sofern ihre Daten für Diagnose und Wartung genau ausgelesen werden – idealerweise personalisiert und inhaltlich passend. Werden der Gerätezustand, eine Kalenderübersicht, Alarme oder die Historie benötigt? Auf der digitalen Wartungsplattform vCare von Vega entscheidet der Anwender, was er auf seinem Bildschirm sieht, was Freiraum für Weiterentwicklungen gibt.

Die Chancen, die der Prozessindustrie durch die digitale Verbindung ihrer operativen Produktionswelt und der kommunikativen IT-Welt in der Cloud entstehen, zeigen sich schon an wenigen Fakten. Maschinen werden instand gehalten, bevor ein teurer Störfall eintritt. Reinigungs- oder Rüstzeiten optimieren sich stetig und flexible Produktion ist zu beinahe den gleichen Konditionen zu haben, wie die von Massenware. Der schmale Grat, den es dabei zu meistern gilt, liegt zwischen Innovationsbereitschaft und Kostenrisiko. Viele Industrie-4.0-Initiativen generieren womöglich hohe Investitionen, die am Ende die Entwicklung bremsen.

Was in Feldgeräten steckt

Feldgeräte sind schon an sich intelligente Systeme und stecken voller wichtiger Informationen – sowohl über die Prozesse, in denen sie eingesetzt sind, als auch über ihren eigenen Status. Wie diese Daten genutzt werden und in Steuerungs- systeme eingebunden werden können, liegt im Entscheidungsbereich der Anwender. Im besten Fall ermitteln die Geräte prozessrelevante Daten und visualisieren sie übersichtlich. Durch vorausschauende Wartung und Instandhaltung können Ausfall- und Stillstandzeiten so wirkungsvoll minimiert werden.

Bluetooth für Vega- Sensoren ab Baujahr 2002

Zunächst müssen diese Daten zugänglich gemacht werden. Gerade in weitläufigen Anlagenarealen, bei verteilten oder gar mobilen Produktionsstätten und Anwendungen kann sich die Kommunikation über Bluetooth als wichtige Brückentechnologie hin zur Industrie-4.0-Anlage erweisen. Vega bietet die drahtlose Übertragung daher schon heute für alle Sensoren mit Plicscom-Displays an. Weil die technische Voraussetzung mit Blick auf künftige Entwicklungen modular aufgebaut ist, heißt dies, dass Bluetooth schon heute für den Großteil aller im Markt befindlichen Vega-Sensoren nachträglich leicht integrierbar ist.

Ist eine Reichweite von 25 bis maximal 50 Metern gewünscht, so ist der Zugang zum Feldgerät kaum einfacher und vor allem kostengünstiger zu denken. Bei Bluetooth fallen keine Lizenzgebühren an. Die Kommunikationsoption ist global verfügbar, auf dem ISM-Band bei 2,4 Gigahertz. Weil ihre Wurzeln im Consumer-Bereich liegen, sind zudem die benötigten Endgeräte zur Anlagenbedienung bereits an zahlreichen Orten vorhanden.

Mitwachsendes Konzept

Leicht lassen sich auch weitere Feldgeräte integrieren und automatisch verbinden. Bluetooth ermöglicht neben der Messwertübermittlung die Übertragung von Alarmen bei kritischen Werten und auch die Fernkonfiguration von Anlagen – alles bequem per PC oder Smartphone. Das Resultat ist eine entscheidende Kostenersparnis für Service-Einsätze und bessere Kontrolle über das Feld-Equipment.

Mit dem Monitoring der Prozess- und Gerätedaten durch vCare bietet Vega ein mitwachsendes Konzept, um die für Industrie 4.0 benötigten Informationsströme zum Fließen zu bringen. Dabei steht die einfache Durchführbarkeit im Vordergrund. Diese drückt sich bereits durch die Verwendung von Einfachem und Bewährtem aus. Dazu gehören Techniken und Komponenten, die aus dem täglichen Leben bekannt sind: vielseitige drahtlose und drahtgebundenen Übertragungsmöglichkeiten, sowie Smartphones oder Tablets.

Als eine zentrale Maintenance- und Monitoring-Plattform, eingebettet in das Anwenderportal »myVega«, zeigt vCare alle wichtigen Sensorinformationen übersichtlich auf dem PC-Bildschirm. Die Daten sind in der geschützten Cloud verankert. So liefert sie Prozessinformationen, aber gefiltert nach Relevanz oder Präferenz und differenziert nach dem jeweiligen Sensor. Sie liefert Alarmhinweise und Lösungsvorschläge, aber zum richtigen Zeitpunkt, um Anlagen wirtschaftlich und vorausschauend fahren zu können. Sie liefert außerdem allgemeine Geräteinformationen, aber ohne lästiges Nachschlagen. Spezifische Informationen bleiben – passend zum jeweiligen Gerät – spezifisch. Allgemeines gibt es als Add-ons leicht verständlich aufbereitet. Zusätzliche und neue Informationen können auf der vCare-Plattform flexibel nach Bedarf »zugebucht« werden.

Sicherheit besitzt bei der Datenübertragung sowie in der Cloud einen hohen Stellenwert, geht es doch immer um sensible Nutzerdaten. Diesem Umstand hat Vega Rechnung getragen und umfangreiche Schutzmaßnahmen eingebaut. Vor Beginn der Datenübertragung findet eine Verschlüsselung der Gerätekommunikation und Authentisierung der Geräte im Netzwerk statt. Mit dem digitalen Angebot »PINs & Codes« lassen sich Geräte-Zugangsdaten zusätzlich zentral im Portal speichern und schützen.

Schrittweiser Aufbau

Fällt einmal ein Bediengerät aus, ermöglicht PINs & Codes das Weiterarbeiten ohne aufwendige Neueingabe. Im Hintergrund werden die Zugangsdaten aller Sensoren durch einmalige Anmeldung im myVega-Portal selbstständig synchronisiert. Selbst für die Erweiterung ist gesorgt. Zusätzliche Bediengeräte werden automatisch synchronisiert und können damit sofort auf alle Sensoren zugreifen. So kann die digitale Vernetzung schrittweise aufgebaut werden. Erste Praxiserfahrungen werden zeigen, was exakt Sicherheit bietet oder aber einen echten Wettbewerbsvorteil. Auf der Basis lässt sich dann mit minimierten Risiko komfortabel und in der richtigen Größe weitermachen.

Erschienen in Ausgabe: 05/2019
Seite: 60 bis 61