Beim Biegen kein Brechen

Elektroautomation

Energieführungen - Mit TruBend-Maschinen von Trumpf lassen sich Werkstücke präzise, schnell und sicher biegen. Biegehilfen unterstützen diesen Prozess. Um die sichere Energieführung dieser Unterstützung zu gewährleisten, setzt Trumpf auf Energierohre der Serie R4.1L von Igus.

18. Oktober 2017
Mit Biegemaschinen der TruBend-Serie 5000 sind Presskräfte von 50 bis 320 Tonnen und Kantlängen von 1,25 bis vier Meter möglich. Bild: Trumpf Maschinen Austria GmbH + Co. KG
Bild 1: Beim Biegen kein Brechen (Mit Biegemaschinen der TruBend-Serie 5000 sind Presskräfte von 50 bis 320 Tonnen und Kantlängen von 1,25 bis vier Meter möglich. Bild: Trumpf Maschinen Austria GmbH + Co. KG)

Die Firma Trumpf gehört weltweit zu den größten Werkzeugmaschinenherstellern und verfügt über rund 70 operative Tochtergesellschaften. In Pasching, Österreich, dem Kompetenzzentrum Biegen in der Trumpf-Gruppe, wurde 1992 Trumpf Maschinen Austria gegründet. Hier fertigt das Unternehmen Biegemaschinen in verschiedenen Größen und Ausführungen.

Unter anderem werden in Pasching TruBend-Biegemaschinen der Serie 5000 gebaut, von der über 600 Anlagen pro Jahr gefertigt werden. Mit dieser Allroundmaschine sind Presskräfte von 50 bis 320 Tonnen und Kantlängen von 1,25 bis vier Meter möglich. Besonders beim Biegen großer oder schwerer Teile steht Anwendern der TruBend-Serie 5000 dabei eine Biegehilfe zur Seite, auf der die zu bearbeitenden Bleche abgelegt werden. Diese unterstützt bei Winkeln bis zu 30Grad und kann automatisch in der Höhe verstellt werden. »Besonders bei großen und sehr schweren Werkstücken ist diese Unterstützung notwendig, damit die Bleche genau und von nur einem Bediener gebogen werden können«, erklärt Volkmar Schmidt, Leiter Technischer Einkauf bei Trumpf Maschinen Austria. Die Biegehilfe kann dabei frei von links nach rechts bewegt werden.

Um die Motor-, Geber- und Sensorleitungen sowie ein Erdungskabel sicher an der Maschine entlang zu führen, während die Biegehilfe bewegt wird, setzt Trumpf aus Überzeugung auf Energieketten von Igus aus Köln.

Überlappende Deckel

Die Ketten bezieht der Werkzeugmaschinenhersteller bei der TruBend-Serie 5000 als Rohr der Serie R4.1L. Dies bedeutet, dass anstatt der standardmäßig eingesetzten Öffnungsstege komplett überlappende Deckel verbaut werden. Wie auch bei der offenen Variante E4.1L lassen sich die Deckel trotzdem beidseitig öffnen und um 115 Grad verliersicher aufschwenken, was Montagezeit und -kosten spart. Bei Bedarf lassen sie sich auch komplett entnehmen, wieder einlegen und durch einfaches Zudrücken verschließen.

»Die e-rohre haben wir ursprünglich dafür entwickelt, eine spänedichte Variante unserer e-ketten anzubieten, wenn diese im direkten Umfeld von umherfliegenden Metallspänen, Holzsplittern oder anderen kleinen Partikeln bewegt werden«, erklärt Elvis Kaufmann, Technischer Verkaufsberater im Außendienst bei Igus Österreich und zuständig für Trumpf Maschinen Austria. »Somit werden die innenliegenden Leitungen sicher geschützt und bewegt.«

Bei Trumpf ist dies zwar nicht der Fall, denn es gibt in der vorliegenden Anwendung keine störenden Partikel in der Anwendungsumgebung. Trotzdem bevorzugt der Werkzeugmaschinenhersteller die geschlossene Variante, um der Maschine ein dezenteres Aussehen zu verleihen. »Wir finden es optisch schöner, wenn nur ein schwarzes Rohr anstatt farbiger Leitungen oder bunter Punkte auf den Außenseiten der Kette zu sehen ist«, erklärt Schmidt.

Besonders ruhiger Kettenlauf

Ein weiterer entscheidender Punkt ist neben der Montagefreundlichkeit und den minimalen Biegeradien der Energieketten auch das maximale Füllvolumen bei möglichst geringer Außenhöhe gewesen. Im Vergleich zu der Heavy-Duty-Kette E4.1 konnte bei der E4.1L und ebenfalls bei den ansonsten baugleichen e-rohren so viel Masse eingespart werden, dass die Kette rund 30 Prozent leichter ist. Dadurch ergibt sich ein weiterer Vorteil: »Auf diese Weise sparen Anwender nicht nur eine Menge Antriebsenergie«, erklärt Kaufmann. »Es lassen sich außerdem bei gegebenem Platzbedarf noch mehr Leitungen und Schläuche unterbringen.«

Von der E4.1 übernommen wurden hingegen zum einen der patentierte formschlüssige Hintergriff der Kettenglieder und außer-dem die doppelten Anschläge mit großen Anschlagflächen. Diese technischen Details sorgen für eine hohe Stabilität und ermöglichen ebenfalls größere freitragende Längen. Durch eine Bremse in den Anschlagflächen werden außerdem die Abrollgeräusche minimiert, was einen besonders ruhigen Kettenlauf zur Folge hat.

Die mechanische Belastung ist in der Anwendung der Biegehilfe eher zu vernachlässigen, da durch die manuelle Bewegung der Biegehilfe keine hohe Dynamik herrscht. »Umso wichtiger ist für uns allerdings die Innenaufteilung der Kette, um sämtliche Leitungen in eigenen Kammern sicher verlegen zu können«, betont Schmidt. »Hier kommt die kompetente Beratung vor Ort zum Tragen, was mit Igus wirklich sehr gut funktioniert. Bei kleineren Aufgaben erledigen wir die Auslegung der Kette auch schon mal online selber. Bei komplexeren Sachen oder Prototypen ist uns der persönliche Kontakt aber wichtig, damit wir sicher sein können, dass wir auf dem richtigen Weg sind.«

Kurzfristig bestellbar

Bei Trumpf liegen kaum Energieketten von Igus auf Lager – im Regelfall bestellt das Unternehmen ein bis zwei Tage vor der Fertigung, woraufhin die Ketten direkt in passender Länge aus der Zentrale in Köln geliefert werden. Hier auf sehr guten Service vertrauen zu können, ist für Trumpf sehr wichtig. »Ich persönlich arbeite seit 25 Jahren bei Trumpf und kann mich nicht daran erinnern, dass wir irgendwann mal noch keine Igus-Ketten eingesetzt haben«, erklärt Schmidt. Eine gute Basis also dafür, dass sich die Zusammenarbeit auch in Zukunft so gedeihlich fortsetzt.

Productronica: Halle A3, Stand 254

Erschienen in Ausgabe: 07/2017