Aus alt mach neu

Branche

Komponenten - Wenn Maschinen in die Jahre kommen, gibt es zwei Optionen: Neukauf oder Retrofit im Zuge einer vorbeugenden Instandhaltung. In konjunkturschwachen Zeiten fällt die Entscheidung meist für Letzteres. Voraussetzung für die rentable Zukunftsfähigkeit der »Altgedienten« ist ein leistungsfähiger Retrofit-Partner mit einem Rundum-Maschinenservice.

24. März 2011
Angepasste Lösungen: Für diese Walzenschleifmaschinen lieferte Kabelschlepp geschlossene Energieführungsketten der M-Serie aus Kunststoff, und auch die Teleskopabdeckungen wurden auf die Anforderungen der Maschine hin ausgelegt.
Bild 1: Aus alt mach neu (Angepasste Lösungen: Für diese Walzenschleifmaschinen lieferte Kabelschlepp geschlossene Energieführungsketten der M-Serie aus Kunststoff, und auch die Teleskopabdeckungen wurden auf die Anforderungen der Maschine hin ausgelegt. )

Ein Retrofit bringt selbst betagte Anlagen und Maschinen wieder zu einer erstaunlichen Leistungsfähigkeit und Präzision. Dabei gilt als grobe Faustregel, dass Retrofitting – je nach Leistungsumfang – etwa 20 bis 60 Prozent unter den Kosten für eine Neuanschaffung liegt. Um die Stillstandszeiten für eine Komplettüberholung zu minimieren, muss allerdings ein durchdachtes Retrofit-Konzept erarbeitet werden.

Die Leonhard Breitenbach GmbH fertigt Walzen für unterschiedlichste Branchen und investiert permanent in ihren Maschinenpark. Zur Produktionssteigerung, Anpassung an aktuelle Normen der Arbeitssicherheit und Nachrüstung beziehungsweise Modernisierung der Automatisierungstechnik ergab sich auch bei Breitenbach die Frage: Neukauf oder Retrofitting, also Teil- oder Komplettmodernisierung?

Aufgrund einer eingehenden Wirtschaftlichkeitsberechnung entschieden sich die Verantwortlichen für das Retrofitting von fünf Walzenschleifmaschinen und einer Walzendrehmaschine.

Für die Modernisierung mit Energieführungen aus Stahl und Kunststoff, mit Leitungen, Fördersystemen und Führungsbahnschutz-Systemen bietet die Kabelschlepp GmbH aus Wenden-Ger-lingen im Sauerland passgenaue Lösungen für Maschinen und Anlagen; inklusive fundierter Beratung und applikationsspezifischer Projektierung. Rekonstruktionsmaßnahmen – wie an den Maschinen bei Breitenbach durchgeführt – lassen sich nicht im laufenden Produktionsprozess vornehmen, da die Maschinen vollständig demontiert werden müssen.

Der Retrofit-Service von Kabelschlepp, der ein Rund-um-die-Maschine-Paket beinhaltet, vereint die Stärken der vier Produktbereiche des Unternehmens: Komponenten zum Führen (Energieführungsketten), Versorgen (Leitungen), Transportieren (Förderer) und Schützen (Teleskop-Abdeckungen) mit individuellen Lösungen aus einer Hand. So hatte Breitenbach bei der Planung, Projektierung und Realisation nur einen Systemberater als Ansprechpartner, was den Ablauf maßgeblich vereinfacht und zugleich beschleunigt hat.

In Beratungsgesprächen wurden den Verantwortlichen bei Breitenbach Lösungsmöglichkeiten vorgestellt und Optimierungspotenziale aufgezeigt und gemeinsam mit ihnen der Lieferumfang und ein genauer Zeitplan festgelegt. Anschließend wurden die angejahrten Maschinen vor Ort analysiert, die auszutauschenden Teile vermessen und die Neuen im Kabelschlepp-Werk applikationsspezifisch für die Breitenbach Maschinen angepasst und gefertigt.

Dabei machte es sich bezahlt, dass Kabelschlepp über ein eigenes Service-Center verfügt, das sich um die schnelle Implementierung der Lösungen kümmert und Montagen beim Kunden durchführt. Die hohe Flexibilität bei der Realisierung individueller Produkte ist eine weitere Stärke des Traditionsunternehmens.

Das bestätigt auch Breitenbach-Geschäftsführer Dr. Uwe Fischer: »Die reibungslose Kommunikation zwischen dem Systemberater von Kabelschlepp und unserer Instandhaltung war ein entscheidender Fakt. Noch wichtiger war uns aber die pünktliche Bereitstellung der Sonderlösungen, um die Maschinen so schnell wie möglich wieder in den Fertigungsprozess zu integrieren.«

Konkret bedeutete das: Für die Walzenschleifmaschinen lieferte Kabelschlepp Energieführungsketten der M-Serie aus Kunststoff (Typen MT 0950 und MT 0650), das heißt Ketten mit Kunststoffdeckeln, die exakt auf die Anforderungen der Anlagen hin ausgelegt wurden.

Echte Maßarbeit

Für eine Drehmaschine benötigte man indes eine andere Lösung, da hier die Energieführung im Bereich des Vordrehens installiert werden musste, wo sehr heiße Späne anfallen. Dementsprechend konfigurierte man bei Kabelschlepp eine dauerhitzebeständige Energieführungskette vom Typ S 1250 aus Stahl mit Aluminium-Deckeln.

Bei der elektrischen Modernisierung der Maschinen ergaben sich hinsichtlich der zu verlegenden Leitungen immer wieder neue Anforderungen, an die die Energieführungen angepasst werden mussten. »Hier zeigte sich Kabelschlepp in der Projektierung und Realisation ebenfalls sehr flexibel«, so Fischer.

Für den Schutz der Bettbahnen an den Schleifmaschinen wurden individuell konzipierte Teleskopabdeckungen gefertigt und für Bereiche, in denen aus Platzgründen Teleskopabdeckungen nicht in Frage kamen, applikationsspezifisch modifizierte Gliederschürzen geliefert.

Außerdem benötigte Breitenbach Faltenbälge für die Maschinenbettbahnen, an denen keine Kühlschmiermittel oder heißen Späne anfallen, sowie für die Gelenkarme der Maschinenbedienpulte. Alles wurde exakt auf die örtlichen Gegebenheiten hin abgestimmt, ebenso die Späneförderer, die unter den Maschinenbetten verlaufen: Die neuen Scharnierbandförderer sind für den begrenzten Bauraum maßgeschneiderte Sonderlösungen.

Der Rund-um-die-Maschine-Service zahlt sich aus. »Für die Modernisierung unserer Maschinen hatten wir ganz konkrete Vorstellungen was Zeit und Investitionsvolumen anbelangte. Dank eines ausgearbeiteten, guten Retrofit-Konzeptes hat Kabelschlepp die einzelnen Produkte just-in-time, so wie sie unsere Instandhaltung benötigte, angeliefert. Wir waren damit äußerst zufrieden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat gestimmt. Hinzu kommen unsere positiven Erfahrungen in Bezug auf die Produktqualität. Diese jetzt durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen sind lohnende Investitionen in die Zukunft«, so das Resümee von Dr. Uwe Fischer.

Erschienen in Ausgabe: 02/2011