Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics, sagt: »Wir haben 2018 eine dynamische Entwicklung mit neuem Umsatzrekord gesehen, auch wenn die Haupt-Roboterkunden – die Automobil- und Elektronikindustrie – ein schwieriges Jahr hatten. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bringt Unsicherheit für die Weltwirtschaft mit sich – die Kunden neigen dazu, Investitionen zu verschieben. So ist es bemerkenswert, dass die Marke von 400.000 Roboterinstallationen pro Jahr weltweit überschritten wurde. Der längerfristige Ausblick zeigt, dass der anhaltende Automatisierungstrend und die weiteren technischen Verbesserungen zu einem zweistelligen Wachstum führen werden – mit schätzungsweise rund 584.000 Einheiten im Jahr 2022.«

Asien ist und bleibt der weltweit größte Industrieroboter-Markt. Im Jahr 2018 ergab sich für die drei größten asiatischen Märkte ein differenziertes Bild: Die Investitionen in China und der Republik Korea gingen zurück, während die Investitionen in Japan deutlich zunahmen. Insgesamt wuchs Asien um ein Prozent. Roboterinstallationen im zweitgrößten Markt Europa stiegen um 14 Prozent und erreichten zum sechsten Mal in Folge einen neuen Höchststand. In Amerika erreicht die Wachstumsrate ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, ebenfalls zum sechsten Mal in Folge einen neuen Höchststand.

Die fünf wichtigsten Märkte weltweit

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74 Prozent der globalen Installationen im Jahr 2018 entfallen auf fünf Hauptmärkte: China, Japan, die Vereinigten Staaten, die Republik Korea und Deutschland.

China bleibt mit einem Anteil von 36 Prozent der Gesamtinstallationen größter Industrieroboter-Markt. Im Jahr 2018 wurden rund 154.000 Einheiten installiert. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als die Anzahl der installierten Roboter in Europa und Amerika zusammen. Der Wert der Installationen erreichte 5,4 Milliarden USD – 21 Prozent mehr als 2017. Chinesische Roboteranbieter steigerten ihren Marktanteil im Inland um fünf Prozentpunkte (2018: 27 Prozent vs. 2017: 22 Prozent). Dieses Ergebnis steht im Einklang mit der chinesischen Politik, einheimische Hersteller zu fördern. Die Installationen ausländischer Roboterlieferanten (einschließlich der in China von nicht-chinesischen Lieferanten produzierten Einheiten) sanken dagegen um sieben Prozent auf rund 113.000 Einheiten (2017: rund 122.000 Einheiten). Dieser Rückgang ist auch auf eine Abschwächung der Automobilindustrie zurückzuführen.

Der Roboterabsatz in Japan stieg um 21 Prozent auf rund 55.000 Einheiten und stellte damit den höchsten Wert dar, den das Land je erreicht hat. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 17 Prozent seit 2013 ist für einen Markt mit einer bereits hochautomatisierten Industrieproduktion bemerkenswert. Japan ist der weltweit führende Industrieroboterhersteller und lieferte 2018 insgesamt 52 Prozent des weltweiten Absatzes.

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Die Roboterinstallationen in den USA stiegen das achte Jahr in Folge auf einen neuen Höchststand und erreichten rund 40.300 Einheiten im Jahr 2018. Das sind 22 Prozent mehr als 2017. Seit 2010 ist der anhaltende Automationstrend in der Produktion ein wichtiger Wachstumstreiber in allen US-Fertigungsindustrien, um die Wettbewerbsfähigkeit sowohl auf dem heimischen als auch auf dem globalen Markt zu stärken. Bei den jährlichen Roboterinstallationen haben die USA die Republik Korea vom dritten Platz abgelöst.

Die jährlichen Roboterinstallationen in der Republik Korea gingen um fünf Prozent zurück – 2018 wurden rund 38.000 Einheiten verkauft. Der Robotermarkt hängt stark von der Elektronikindustrie ab, die ein schwieriges Jahr hatte. Dennoch sind die Installationen seit 2013 im Durchschnitt pro Jahr um zwölf Prozent gestiegen.

Deutschland ist der fünftgrößte Robotermarkt weltweit und die Nummer eins in Europa, gefolgt von Italien und Frankreich. Im Jahr 2018 stieg die Zahl der verkauften Roboter um 26 Prozent auf fast 27.000 Einheiten – ein neuer Rekord. Angetrieben werden die Installationen hauptsächlich von der Automobilindustrie.

Robotereinsatz nach Branchen

Die Automobilindustrie ist nach wie vor der weltweit größte Anwender von Robotern mit einem Anteil von fast 30 Prozent am Gesamtangebot (2018). Nach einem sehr starken Jahr 2017, mit einem Anstieg der Installationen um 21 Prozent wurde dieses Niveau gehalten und 2018 leicht um zwei Prozent erhöht. Investitionen in neue Automobilproduktionskapazitäten und in die Modernisierung haben die Roboter-Nachfrage beflügelt.

Der Einsatz neuer Materialien, die Entwicklung energieeffizienter Antriebssysteme und der starke Wettbewerb auf allen wichtigen Automobilmärkten führten zu Investitionen. 79 Prozent der Installationen von Industrierobotern fanden dabei in fünf Schlüsselmärkten statt: China (39.351 Einheiten), Japan (17.346 Einheiten), Deutschland (15.673 Einheiten), die Vereinigten Staaten (15.246 Einheiten) und die Republik Korea (11.034 Einheiten). Interessant: Indien, nach der OICA-Produktionsstatistik viertgrößtes Fahrzeugherstellerland der Welt, hat nur knapp 2.100 Industrieroboter in seiner Automobilindustrie installiert.

Die Elektro- und Elektronikindustrie stand kurz davor, die Automobilindustrie als wichtigsten Kunden für Industrieroboter im Jahr 2017 zu ersetzen. Im Jahr 2018 ging die weltweite Nachfrage nach elektronischen Geräten und Komponenten jedoch deutlich zurück. Diese Branche ist wahrscheinlich am stärksten von der Handelskrise zwischen den USA und China betroffen, da die asiatischen Länder bei der Herstellung elektronischer Produkte und Komponenten führend sind. Roboterinstallationen in dieser Branche sanken um 14 Prozent von ihrem Höchststand mit rund 122.000 Einheiten im Jahr 2017 auf 105.000 Einheiten im Jahr 2018. 79 Prozent der gesamten Installationen in der Elektro- und Elektronikindustrie wurden in drei Ländern mit großen Produktionsstätten installiert: China (43 Prozent), Republik Korea (19 Prozent), Japan (17 Prozent). Vietnam verzeichnete 2017 einen einmaligen Anstieg der Installationen, der von einigen Großprojekten (7.080 Einheiten) getragen wurde, aber 2018 (689 Einheiten) zurückging.

Die Metallindustrie und der Maschinenbau etablierten sich als drittgrößte Kundenindustrie. Im Jahr 2018 machten Installationen zehn Prozent der Gesamtnachfrage aus. Sowohl Hersteller von Metallprodukten (ohne Automobilteile) als auch Hersteller von Industriemaschinen haben in den letzten Jahren erheblich in Roboter investiert. Die Installationen stiegen 2018 auf rund 43.500 Einheiten. Das ist ein Prozent weniger als im Rekordjahr 2017 (44.191 Einheiten). Die Metallindustrie war die größte Abnehmerindustrie in Finnland (44 Prozent), Schweden (42 Prozent), der Schweiz (40 Prozent), Belgien (30 Prozent), Österreich (27 Prozent), Italien (26 Prozent) und Dänemark (21 Prozent).

Roboter für den kollaborativen Einsatz

World Robotics 2019 analysiert erstmals den Markt für kollaborative Industrieroboter (Cobots). Diese Roboter sind so konzipiert, dass sie Aufgaben im gleichen Arbeitsbereich wie menschliche Arbeiter ausführen können. Die IFR-Definition besagt, dass ein Cobot notwendigerweise ein Industrieroboter im Sinne der ISO 8373:2012 ist. Trotz der sehr starken medialen Aufmerksamkeit für diese Roboter ist die Anzahl der installierten Einheiten mit einem Anteil von nur 3,24 Prozent immer noch sehr gering. Im Jahr 2018 waren das weniger als 14.000 von mehr als 422.000 installierten Industrierobotern. Im Vorjahr waren es rund 11.100 Cobot-Einheiten. Von 2017 bis 2018 stiegen die jährlichen Installationen von Cobots um 23 Prozent.