Anja Schneider

Finale

Als Projektleiterin hat sie und ihr Team mit viel Engagement und persönlichem Einsatz 700 Aussteller an der diesjährigen Automatica interessiert. Eine Meisterleistung in dieser Zeit.

26. Mai 2010

1. Frau Schneider, die Finanz- und Wirtschaftskrise hat in der einheimischen Automatisierungs- und Roboterbranche tiefe Spuren hinterlassen. In welchem Maße hat das die Automatica 2010 beeinflusst?

Natürlich bildet eine Messe als Spiegel der Branche auch deren wirtschaftliche Entwicklung ab, auf die die Branche im Vorfeld der Automatica 2010 mit verständlicher Nervosität reagiert hat: Aussteller haben ihre Marketingstrategie auf den Prüfstein gestellt. Die Entscheidungen für eine Messebeteiligung gestalteten sich vielfach kompliziert und langwierig. Insofern beteiligen sich an der diesjährigen Automatica etwa 20 Prozent weniger Aussteller als 2008. Als Konsequenz haben wir die Ausstellungsfläche von fünf Hallen auf vier reduziert. Damit präsentiert sich die Automatica auf brutto 44.000 Quadratmetern, die mit 700 Ausstellern voll belegt sein werden.

2. Wie sind Sie und Ihr Team während der Organisationsphase der Automatica mit dieser doch recht vagen Situation umgegangen?

Für uns war es in der Vorbereitung wichtiger denn je, ganz intensiven Kontakt mit den Ausstellern zu halten. Es gibt eben viele Argumente, die für die Automatica sprechen. So ist es uns trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen gelungen, wichtige Neuaussteller zu gewinnen, unter anderem aus Frankreich, Korea und Polen, und uns mit weiteren Keyplayern, etwa aus der Antriebstechnik und der Sensorik, breiter aufzustellen.

3. Mit welchen Angeboten und Themen versuchen Messeveranstalter und Aussteller, den ausgewiesenen Zielbranchen neue Impulse für die Automatisierung zu verleihen?

Neue Impulse kommen fraglos von den Innovationen, die auf der Automatica zu sehen sind, denn und das ist ein anderer Aspekt der Krise die Unternehmen haben sich auf die Weiterentwicklung ihrer Automatisierungslösungen konzentriert. Das wird die Automatica als Innovationsplattform stark beflügeln und einmal mehr zeigen, dass Automatisierung besonders in kritischen Zeiten wie jetzt zum strategischen Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb wird.

Darüber hinaus möchten wir ganz gezielt mit der Initiative »Green Automation«, die wir in Zusammenarbeit mit dem VDMA Robotik und Automation und dem Fraunhofer IPA ins Leben gerufen haben, einen Beitrag für die Branche leisten. Hier geht es um das Thema nachhaltige Ressourcenschonung. Um Green Automation in einem Satz zu erklären: »Grün« produzieren und »Grünes« produzieren. »Grün« heißt auf der einen Seite Energieeffizienz, Energierückgewinnung, Lebenszyklus-Berechnungsmodelle. Auf der anderen Seite verweist »Grün« auf die Nutzung von Robotik und Automation als Enabler für die effiziente Serienproduktion von »grünen« und nachhaltigen Technologien. Die Stände der Aussteller, die sich damit auseinandersetzten, sind übrigens mit dem Green-Automation-Logo gekennzeichnet.

Brücken zwischen der Automatisierungspraxis und der Forschung und Wissenschaft schlagen die Doppelkonferenz »ISR/Robotik 2010« sowie der Kongress »Automation in Composites Technology« mit begleitender Ausstellung. Und nicht zuletzt bietet das Forum »Automation in Dialogue« Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Experten aus unterschiedlichen Branchen.

4. Welche Erwartungen haben Sie an die Automatica 2010?

Wir sehen 2010 klar als Übergangsphase an und rechnen fest damit, dass die Automatica langfristig auch von der Internationalität her auf Wachstumskurs bleiben wird. Dafür ist entscheidend, ob die Qualität der Fachbesucher auf der Automatica überzeugt. Hier bin ich sehr optimistisch, dass wir auch 2010 an die Erfolge der letzten Automatica anknüpfen können. Wir erwarten etwa 30.000 Fachbesucher.

Ist ein Wahlspruch von Anja H. Schneider (37). Und Begeisterung war und ist das treibende Element in ihrem Leben, ob Germanistikstudium, vier Jahre leben und arbeiten in Paris, Job und Familie mit Sohn Benjamin Nicolai im Mittelpunkt.

Zitat Anja Schneider:

"Freude und Begeisterung sind die besten Berater." ist ein Wahlspruch von Anja H. Schneider (37). Und Begeisterung war und ist das treibende Element in ihrem Leben, ob Germanistikstudium, vier Jahre leben und arbeiten in Paris, Job und Familie mit Sohn Benjamin Nicolai im Mittelpunkt.

Erschienen in Ausgabe: AUTOMATICA/2010