Alles läuft nach RoboPlan

Schweissen - Cloos zeigt bei Driescher-Wegberg mit seiner RoboPlan-Software zur Offline-Programmierung für das automatisierte Schweißen die Möglichkeiten auf, wie sich die Schweißqualität erhöhen und die Fertigungszeit gleichzeitig deutlich reduzieren lässt.

02. Mai 2019
Alles läuft nach RoboPlan
Automatisierung auch beim Schweißen. (Bild: Cloos)

Driescher-Wegberg zeichnet sich durch eine hohe Fertigungstiefe aus und treibt die Automatisierung in allen Bereichen voran. Seit 2015 setzt das Unternehmen zum Schweißen von Gehäusen für Schalteranlagen eine Roboteranlage von Cloos ein. Die Schaltanlagen sind modular aufgebaut und können individuell zusammengestellt werden. Wegen der großen Produktvielfalt werden meist kleine Losgrößen gefertigt. Aus diesem Grund nutzt das Unternehmen die Offline-Programmier-Software RoboPlan von Cloos.

Während in der Anlage die Produktion läuft, kann gleichzeitig in RoboPlan ein neues Programm erstellt werden. An 3D-Modellen werden Schweiß-, Such-, Verfahrwege und Werkzeuge festgelegt, zu denen dann die Schweißparameter sowie weitere für den Ablauf des Programms erforderliche Funktionen definiert werden. Das so entwickelte Programm wird in die Steuerung des Roboters übertragen und am Arbeitsplatz lediglich optimiert. Diese Vorgehensweise erfordert weniger Zeit als die Erarbeitung eines neuen Programms in der Anlage.

Bis heute hat Driescher-Wegberg mehr als 950 Schweißprogramme mit RoboPlan erstellt, die auf der Roboteranlage im Einsatz sind. Die Laufzeiten starten bei zwei bis drei Minuten bis hin zu anderthalb Stunden. »RoboPlan funktioniert einwandfrei«, sagt Mario Röring, Offline-Programmierer bei Driescher-Wegberg. »Bei uns läuft kein Schweißprogramm mehr, das nicht mit RoboPlan programmiert wurde. Das Teachen ist viel zu aufwendig und würde an Produktionszeit fehlen.«

Einfache und intuitive Bedienung

Seit der Einführung von RoboPlan hat Driescher-Wegberg die Programmierung und Bedienung der Roboteranlage komplett voneinander getrennt. Dabei sind für das Programmieren keine detaillierten Schweißkenntnisse notwendig. »Die Bedienung der Offline-Programmiersoftware ist einfach und intuitiv«, betont Röring. »Bei der Einführung von RoboPlan im Unternehmen hat uns Cloos optimal unterstützt.« Um die innovative Software voll ausnutzen zu können, wurden die Mitarbeiter intensiv geschult. Seminare sowohl im Cloos-Trainingszentrum in Haiger als auch bei Driescher-Wegberg in Wegberg gewährleisten nun, dass alle Mitarbeiter mit den neuen Anlagen vertraut sind.

Vor der Einführung von RoboPlan gab es für ein Bauteil oft verschiedene Schweißprogramme; heute ist jedem Bauteil ein eindeutiges Programm zugeordnet. Daraus resultiert einerseits eine enorme Zeitersparnis, andererseits gewährleisten Wiederholungen und einheitliche Schweißparameter stets reproduzierbare Schweißergebnisse.

Cloos bietet in regelmäßigen Abständen ein RoboPlan-Symposium an, wo sich Anwender über Neuigkeiten rund um den Einsatz der Software in der Schweißtechnik austauschen können. Zum Abschluss des Symposiums erhalten alle Teilnehmer die aktuellste Version der RoboPlan-Software. Auch Driescher-Wegberg stellt nun um. »Die neue Software-Version lässt sich noch schneller bedienen«, erklärt Röring.

Rüst- und Teachaufwand auf ein Minimum reduziert

Neben der Offline-Programmiersoftware hat der Einsatz von intelligenten Sensoren entscheidend dazu beigetragen, den Rüst- und Teachaufwand an der Anlage auf ein Minimum zu reduzieren. Driescher-Wegberg setzt einen taktilen Gasdüsensensor, einen Lichtbogensensor und einen Offline-Laser-Sensor ein, um Toleranzen zwischen den programmierten Bahnen und den realen Werkstücken auszugleichen. Durch die automatisierte Schweißtechnik in Kombination mit der Offline-Programmierung und der intelligenten Sensorik konnte Driescher-Wegberg nicht nur die Fertigungszeit erheblich verkürzen. Auch die Schweißqualität konnte auf ein maximales Level gehoben werden. Etwaige Nacharbeiten wurden auf ein Minimum reduziert.

Besser als die Norm

Die Schweißergebnisse sind exakt reproduzierbar — eine wichtige Voraussetzung für Driescher-Wegberg, denn Qualität hat hier höchste Priorität. Das Unternehmen legt besonderen Wert auf Personen- und Sachschutz. »Wir sind besser als die Norm«, betont Horst Heinrichs, Leiter der Vorfertigung bei Driescher-Wegberg. »Jede Schweißnaht wird einer umfangreichen Qualitätsprüfung in einer Vakuumkammer unterzogen. Damit stellen wir sicher, dass bei einem etwaigen Kurzschluss kein Druck nach außen gelangen kann. Und mit Cloos haben wir einen Partner gefunden, der die Schweißtechnik komplett abbildet und alle relevanten Komponenten für das automatisierte Schweißen sauber aufeinander abgestimmt aus einer Hand anbietet«, freut sich Heinrichs. »Wir schätzen die gute Beratung durch die kompetenten Mitarbeiter.« Die Vor-Ort-Betreuung übernimmt dabei der langjährige Cloos-Vertriebs- und Servicepartner Lixfeld Schweißtechnik.

Eine weitere automatisierte Schweißanlage für die Fertigung von Gehäuse- und Einzelbaukomponenten ist auch schon geplant. Dabei sollen beide Roboteranlagen miteinander verbunden werden. Ein Shuttlesystem soll die Bestückung übernehmen, um einen noch höheren Automatisierungsgrad zu erreichen.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 28 bis 29