Alles im Über-Blick

Elektroautomation

Industrie-PC - Chemische Produkte sowie Massengüter aller Art werden im Kombi-Terminal Ludwigshafen auf Straße und Schiene verteilt. Kranführer bekommen relevante Arbeitsinformationen per Industrie-PC. So können sie die zahlreichen Kommissionieraufträge zuverlässig ausführen.

05. November 2018
Bild: Noax Technologies AG
Bild 1: Alles im Über-Blick (Bild: Noax Technologies AG)

Von seinem Arbeitsplatz in den Kabinen der Portalkrane hat ein Kranführer der KTL Kombi-Terminal Ludwigshafen GmbH den Überblick über ein Gewirr aus Gleisen, Straßen, Zügen, Lkw und dazwischen jede Menge Container. Zwei Hebel reichen aus, um den Spreader des Portalkrans millimetergenau an den Containern zu platzieren, sie zu heben, zu senken und auf einem anderen Fahrzeug abzusetzen.

Damit der Kranführer seine Arbeit ausführen kann, blickt er immer wieder auf den Noax-Industrie-PC. Über diesen erhält er unter anderem die Informationen, welcher Container auf welches Fahrzeug zu setzen ist. Dem Profi gehen das Heben, Senken und Platzieren der 6,1 x 2,4 x 2,6 Meter großen Metallboxen genauso leicht von der Hand wie Autofahrern das Lenken eines Pkw. KTL Kombi-Terminal Ludwigshafen, kurz KTL, hat sich auf das Umschlagen von ISO-Containern für den internationalen Frachtverkehr spezialisiert.

Im Ludwigshafener Terminal werden die Transporteinheiten vom Güterzug, mit dem lange Strecken ökonomisch zurückgelegt werden können, auf andere Züge oder auf Lkw für den Transport der letzten Meile umgeladen oder wie es in der Fachsprache der Logistiker heißt: umgeschlagen. 

Kombinierter Verkehr

Da Lkw nicht auf das Schienennetz angewiesen sind, können sie Güter auch den Kunden liefern, die keine Anschlussgleise an das Schienennetz haben. Dadurch sind sie viel flexibler als Schienenfahrzeuge. Der kombinierte Verkehr vereint die Vorteile von Schiene und Straße: der sparsame und umweltfreundliche Transport auf der Schiene für lange Strecken und die Flexibilität der Straßenfahrzeuge für kurze Distanzen.

Das Terminal in Ludwigshafen schlägt Silo-, Box- und Tank-Container sowie Wechselbrücken und Sattelanhänger um, insgesamt 400.000 Ladeeinheiten pro Jahr. Dafür stehen dem Terminal 305.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung – das entspricht der Größe von 42 Fußballfeldern. Von den 13 Umschlaggleisen, die sich auf dem Gelände von KTL befinden, werden 25 Relationen in ganz Europa bedient: in Spanien, in Italien, in der Tschechischen Republik, in Polen und dem Baltikum, in den skandinavischen Ländern, um nur einige zu nennen. 

Um die Züge schnell und ökonomisch zu bestücken, sind sieben Portalkrane über den Gleisen im Einsatz, und das fast rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Lediglich in einer kurzen Zeitspanne ruht der Betrieb, damit Instandhaltungstechniker die Anlagen warten können. Die Portalkrane erfüllen die wichtigste Aufgabe auf dem Terminal: das Umladen der Container von einem Fahrzeug auf ein anderes. Sie sind das Herzstück des Terminals. Und ohne die Industrie-PC von Noax könnten die Kranführer wiederum ihre Aufgaben nicht ausführen. 

Terminal Operating System

Darum befinden sich die Industrie-Computer in den Kabinen direkt vor den Sitzen der Kranführer, sodass sie jederzeit den Bildschirm im Blick haben. Auf den Industrie-PC sind ein Terminal Operating System für das korrekte Ausführen der Umschlagaufträge, ein Kranmanagement-System und betriebseigene Software installiert. Da sich bestimmte Programme nur über eine Tastatur bedienen lassen, befindet sich unterhalb des Touchscreens der Noax-IPC auch eine Tastatur für das Eingeben von Informationen. 

Die Arbeitsaufträge, die auf den Noax-Monitoren erscheinen, erhalten die Kranführer von der Agentur. Neben dem reinen Umschlag von Containern bietet KTL auch Agenturleistungen, Lager, Wartung und Reparatur an. Die Agentur für Kombiverkehrsoperateure hat eine ähnliche Funktion wie ein Reisebüro. Sie bearbeitet den Ein- und Ausgang von Lkw und Zügen. Ein Operateur, der einen bestimmten Platz auf einem Zug oder Lkw nutzen möchte, wendet sich an die Agentur, die die Buchungen, die Organisation der Transportmittel und weitere Dienstleistungen für ihn übernimmt. 

Container und Transportmittel identifizieren

Trotz der Unterstützung durch moderne IT bleibt den Kranführern das ökonomische Koordinieren der Arbeitsschritte nicht erspart. »Das macht unsere Arbeit anspruchsvoll«, wie es ein Kranführer formuliert. »Wir müssen sehen, dass wir die Fahrten zeitlich günstig zusammenlegen, damit wir unnötige Wege vermeiden. Wir entscheiden innerhalb von Sekunden, wie wir unsere Arbeit einteilen, sodass alles reibungslos funktioniert.

Der Industrie-PC hilft uns zwar sehr dabei, doch ohne unser Wissen und unsere Erfahrung würde es nicht so schnell und sicher laufen.« Die Software zeigt dem Kranführer anhand des Kennzeichens am Lastwagen an, welcher Container zu bewegen ist. Der Straßenboden auf dem Gelände ist durch Sektorennummern gekennzeichnet. Ein Auftrag auf dem Bildschirm enthält immer diese Nummer und das Lkw-Kennzeichen, sodass sich Container und Transportmittel eindeutig identifizieren lassen.

Den Lastwagen, die den Weitertransport übernehmen, wird von der Agentur eine Sektorennummer zugewiesen. Diese erscheint als Zielort auf den Noax-Logistikterminals in den Krankabinen. So wissen die Kranführer sofort, wohin sie den Kran lenken müssen. Welchen Unterschied die Unterstützung durch die Logistik-PC wirklich ausmacht, wissen die Kranführer aus eigener Erfahrung. 

Dauerbetrieb

Bevor die Noax-Logistikterminals in den Kabinen installiert wurden, hatte KTL das Modell eines anderen Herstellers im Einsatz. Doch dieses kam mit den Spannungsschwankungen und den Vibrationen nicht zurecht. Es fiel immer wieder aus, was die Arbeit der Kranführer unnötig verzögerte. »Das ist einfach ärgerlich«, gibt der Mann in der Kabine zu verstehen, »und es setzt uns unter Stress, weil wir ja ein bestimmtes Zeitfenster haben, um einen Auftrag abzuschließen.

Und außerdem warten auch die Lkw-Fahrer darauf, dass ihre Ladung rechtzeitig fertig gemacht wird.« Die Noax-Logistik-PC in den Kabinen der Portalkrane haben die Mitarbeiter bisher nicht im Stich gelassen. Seit die ersten Noax-IPC im Jahr 2005 angeschafft worden sind, stellen sie ihre Informationen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche den Mitarbeitern zur Verfügung.

»Mit zwei kleinen Ausnahmen«, wendet der Leiter der Instandhaltung, der für die Krane auf dem Ludwigshafener Gelände zuständig ist, ein: »Einmal im Jahr fahren wir die Computer zu Wartungszwecken herunter und bei Software-Updates machen wir natürlich einen Neustart, um die Installation abzuschließen. Aber sonst laufen sie das ganze Jahr ohne Unterbrechung – und das seit dem Jahr 2005 völlig störungsfrei.« Dabei gäbe es genügend Belastungen, die auf die Logistikterminals einwirken. Zwar fahren die Portalkrane auf Schienen, was in der Bewegung eher ruhig ist, dennoch überträgt sich die Vibration und das Ruckeln beim Anfahren der Krane auf die Logistikterminals. Außerdem bewegt sich die Kabine, besonders bei starkem Wind. 

Praxiserfahrungen

Dazu kommen die Spannungsschwankungen, die bisweilen auftreten. »Besonders Spannungsspitzen haben das Vorgängermodell immer wieder zum Erliegen gebracht. Darum haben wir uns letztendlich für Noax entschieden«, erklärt der Instandhaltungsmanager, »und diese Entscheidung haben wir nicht bereut, die Noax-Logistik-PC haben uns nicht enttäuscht. Die Männer in den Kabinen sind ebenfalls sehr zufrieden mit den Industrie-PC von Noax.«

Nachdem die ersten Logistikterminals auf den Kranen montiert waren, wollten alle Kranführer einen Noax Terminal in ihren Kabinen haben. »Wir haben einfach keine Ausfälle mehr. Wir können unsere Arbeit machen, ohne dass uns die IT immer wieder zu Unterbrechungen zwingt. Das ist schon sehr angenehm«, berichtet einer der Mitarbeiter. Mittlerweile ist ein Noax-Touchscreen-PC auf jedem der Portalkrane installiert. 

SPS IPC Drives: Halle 7, Stand 400

Erschienen in Ausgabe: 07/2018

Schlagworte