ABB übernimmt Ringmotorengeschäft von Alstom

ABB hat die Übernahme der Ringmotoren-Sparte von Alstom bekannt gegeben. Mit dieser Transaktion will ABB ihr Geschäft mit getriebelosen Mühlenantrieben (GMD) ausbauen.

13. August 2013

Getriebelose Mühlenantriebe kommen in der Bergbauindustrie bei der Aufbereitung großer Erzmengen zur Gewinnung von Metallen wie Kupfer, Gold, Platin, Eisenerz und Molybdän zum Einsatz. Für den Markt für getriebelose Mühlenantriebe werden Zuwächse erwartet, da die Nachfrage nach Mineralien im Zuge der Industrialisierung der Schwellenländer zunimmt. Gleichzeitig weisen Minen heute oft tiefere Förderschächte und komplexere Lagerstätten mit geringerhaltigen Erzen auf. Daher müssen größere Materialmengen gemahlen werden, um die gleiche Metallausbeute zu erhalten. GMD-Systeme sind darauf ausgelegt, bei maximaler Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Mahlkreislaufs einen extrem hohen Erzdurchsatz zu erzielen.

„Mit der Übernahme führen wir die erstklassigen Ringmotoren von Alstom mit den elektrotechnischen Produkten von ABB für getriebelose Mühlenantriebe zusammen. Das wird ABB in die Lage versetzen, unsere Position als vertikal integrierter Systemanbieter im Bergbau auszubauen“, erklärt Veli-Matti Reinikkala, Leiter der Division Prozessautomation von ABB. „Die neu gewonnene Fachkompetenz und Marktstärke eröffnen uns attraktive Wachstumsmöglichkeiten.“ Die Ringmotoren und das Elektrotechnik-Portfolio von ABB für getriebelose Antriebssysteme funktionieren nur als Einheit und ergänzen sich daher perfekt. Mit dem Know-how, der Erfahrung und der Technologie, die ABB durch diese Akquisition erhält, erweitert das Unternehmen seine Fertigungskompetenzen und stärkt sein Ringmotorengeschäft.

Getriebelose Mühlenantriebe kommen ohne die mechanischen Komponenten eines herkömmlichen Mühlenantriebs aus. Die Rotorpole werden direkt auf die Mühle montiert, so dass die Mühle selbst als Rotor des getriebelosen Motors fungiert. Bei diesem Motor, auch Ringmotor oder „Wrap-around-Motor“ genannt, handelt es sich um einen sehr großen Synchronmotor, der die Rotationsgeschwindigkeit mit Hilfe von Leistungselektronik und einem magnetischen Feld steuert. Somit bleibt die mechanische Wechselwirkung zwischen stehenden und rotierenden Teilen aus, was den Energieverbrauch erheblich senkt, die Zahl der benötigten Teile reduziert und die Zuverlässigkeit erhöht. Die Motorleistung kann sich bei einer solchen Anwendung auf 28 Megawatt belaufen. Das vorgebrochene Material wird zur weiteren Zerkleinerung in Mühlen zugeführt. Bei diesen Mühlen handelt es sich um große rotierende Zylinder mit einem Durchmesser von zehn bis fünfzehn Metern.