21. FEBRUAR 2018

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Roboter für die Primärverpackung


Auf der ANUGA FoodTec feiert Stäubli zwei Premieren: Die Präsentation der Sechsachs-Baureihe TX2 in HE-Ausführung sowie die Vorstellung einer wegweisenden Standardzelle mit dem FAST picker TP80 he, die bei der Primärverpackung von Lebensmitteln neue Maßstäbe setzen soll.

Mit der neuen Demozelle, die in enger Kooperation mit dem Bremer Anlagenbauer EMCON und dem Sensorspezialisten Sick entstand, will Stäubli belegen, wie produktiv, effizient und schnell die Verpackung offener Lebensmittel unter den strengen EHEDG-Hygienestandards heute sein kann. Dank innovativer 3D-Bildverarbeitung kann die Roboterzelle nicht nur ultraschnell verpacken, sondern auch Qualitätssicherungsaufgaben übernehmen und beispielsweise N.I.O.-Produkte ausschleusen.

 

Möglich macht diesen technologischen Quantensprung eine FAST picker-Sonderausführung, die ab sofort erhältlich ist. Mit den Optionen HE und H1 wird der bekannte Vierachser zum perfekten Highspeed-Roboter für sensible Verpackungsapplikationen. HE steht dabei für Humid Environment und kennzeichnet die Modelle, die für den Einsatz unter Spritzwasserbeaufschlagung modifiziert sind. Dank einiger konstruktiver Maßnahmen sind diese Roboter in der Lage, die in der Foodindustrie obligatorischen HACCP-Reinigungsprozedere dauerhaft störungsfrei zu durchlaufen.

 

Die H1-Option steht für den Einsatz von lebensmittelverträglichem Öl. Die Besonderheit dabei: Im Gegensatz zu Wettbewerbsprodukten, bei denen die Verwendung von Ölen der Klasse NSF H1 mit signifikanten Leistungseinschränkungen einhergeht, lässt sich der TP80 weiterhin mit unverminderter Performance betreiben.

 

Was das für die Praxis bedeutet, werden interessierte Fachbesucher in Köln erfahren. In der Demozelle unterstreicht der TP80 seine unglaubliche Dynamik, die erst bei 200 Picks pro Minute endet, beim Verpacken von Shrimps, die er vom laufenden Band abgreift und lagerichtig im Tray ablegt.

 

Dabei versorgt der TriSpector1000 von Sick den Highspeed-Roboter mit allen benötigten Informationen. Dank 3D-Lasertriangulation kann dieser innovative Visionsensor alle Dimensionen, also nicht nur die Lage, sondern auch Höhe und Volumen des Produkts erfassen. Mit diesen Informationen kann der TP80 ein vielfältiges Arbeitsmuster abarbeiten, dass QS-Aspekte ebenso beinhaltet wie die Herstellung einer attraktiven Ordnung im Tray. Zudem kann er zur Einhaltung einheitlicher Packungsgewichte beitragen. Trotz dieses umfangreichen Aufgabenspektrums erreicht der FAST picker noch immer 80 Picks pro Minute.

 

Schnelle Sechsachser für anspruchsvolle Foodapplikationen

Für sensible Lebensmitteleinsätze, die eine schnelle Kinematik mit sechs Achsen erfordern, präsentiert Stäubli in Köln erstmals die TX2-Baureihe in HE-Ausführung. Gezeigt wird einer der größten Vertreter dieser Baureihe, der TX2-90L he, der mit einer Reichweite von 1.200 Millimetern einen sehr großen Arbeitsraum bedienen kann.

 

Das Beste dabei: Alle wash-down fähigen Roboter der TX2-HE Baureihen sind auch mit H1-Option verfügbar. Diese Varianten erfüllen die geltenden strengen Hygieneanforderungen bei der Verarbeitung und Verpackung offener Lebensmittel und Sekundärverpackungsprozesse, bei denen kürzeste Zykluszeiten gefragt sind.

Auch wenn die European Hygienic Engineering and Design Group zunächst Hygieneanforderungen für geschlossene Anlagen definierte, ließen sich diese leicht auf Roboter übertragen. Dabei zeigt sich, dass weitreichende Änderungen nötig sind, um Roboter gemäß EHEDG-Richtlinien für den Einsatz an offenen Lebensmitteln zu qualifizieren. Das fängt bei der Materialauswahl an, geht über die Vermeidung von Toträumen und endet bei der Widerstandsfähigkeit gegen intensive Reinigungsprozedere.

 

Bei Stäubli führten diese Hygieneanforderungen zur Entwicklung der HE-Roboterbaureihen. Dabei hatte man die besonderen Problemstellungen bei Foodeinsätzen im Fokus: Im Betrieb erreichen die Roboter Temperaturen von 60 bis 70 Grad Celsius. Bei Stillstand kühlen die Maschinen in ihrer vier bis zehn Grad kalten Produktionsumgebung schnell auf Temperaturen von 15 bis 40 Grad ab, wobei es zu Kondensation kommt, beste Voraussetzung also für die Ansiedlung von Bakterien, was es zu vermeiden gilt. Zudem sollten die Roboter dank konstruktiver Maßnahmen in der Lage sein, die gleichen HACCP-Reinigungsprozedere zu durchlaufen wie die restlichen Anlagenbestandteile.

 

HE-Roboter für die keimarme Produktion

Auf diesem Anforderungsprofil basiert die Entwicklung der HE-Roboterbaureihen. HE steht für Humid Environment und kennzeichnet alle Roboter, die für den Einsatz unter Flüssigkeitsbeaufschlagung speziell modifiziert sind. Das Gehäuse besteht aus einer speziell behandelten, korrosionsbeständigen Aluminium-Oberfläche. Besonders beanspruchte Teile sind aus Edelstahl.

 

Die Roboter sind komplett gekapselt und in Schutzart IP65 ausgelegt. Die Schutzart lässt sich durch Verwendung einer Überdruckeinheit weiter erhöhen. Das Handgelenk der Maschine ist wasserdicht. Besonders hilfreich: die vertikale Kabeldurchführung. Sämtliche Anschlüsse befinden sich vor Spritzwasser geschützt unter dem Roboterfuß. Mit diesen und vielen weiteren Detailmaßnahmen konnten sich die HE-Roboter als Referenz beim Einsatz an offenen Lebensmitteln etablieren. Auch diese Versionen sind durchgängig ohne Leistungseinschränkung mit lebensmittelverträglichem Öl der Klasse NSF H1 verfügbar.

 

Einsätze im Foodbereich ausgelegt ist. Der Vierachser ist einfach zu integrieren, hat einen wesentlich geringeren Platzbedarf und muss nicht in Deckenmontage direkt über den empfindlichen Lebensmitteln platziert werden.

 

Zudem können FAST picker für Reinigungsprozesse einfach seitlich aus der Linie geschwenkt werden und in HE-Ausführung mit flüssigen Medien intensiv gereinigt werden. Bei deckenmontierten Deltakinematiken gestaltet sich die Reinigung erheblich aufwendiger. Die Reinigungsflüssigkeiten verteilen sich dabei von der Decke in der kompletten Zelle, gelangen zwangsläufig auf die darunterliegenden Transportbänder sowie auf empfindliche Anlagenkomponenten. Die Reinigung von TP80-Zellen ist im Vergleich dazu schnell und EHEDG-konform zu erledigen. Das Prozedere ist erheblich schneller durchzuführen, reduziert somit teure Stillstandszeiten und trägt zu einer deutlich höheren Anlagenverfügbarkeit bei.

Datum:
25.01.2018
Unternehmen:
Bilder:
Stäubli

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