20. APRIL 2018

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Vier Fragen an Volker Spanier


Finale

Epsons Leiter der Robotic Solutions ist seit über 20 Jahren für das Meerbuscher Unternehmen tätig – Grund genug, um dem Roboterexperten im exklusiven Interview ein paar Fragen zu stellen.

Herr Spanier, MRK ist zwar in aller Munde, aber technisch noch nicht völlig ausgereift. Was fehlt Ihrer Meinung nach noch?

Aus unserer Sicht ist MRK ein wichtiges Element für künftige, flexiblere Produktionsketten, aber es ist kein Allheilmittel für die Fabrikation im Allgemeinen. Das gilt für viele existierende Arbeitszellen, die unter den Gesichtspunkten Geschwindigkeit und Präzision entworfen und gebaut wurden. Hoch entwickelte Mensch-Roboter-Schnittstellen, wie Epson sie selbst mit seinem sensitiven Doppelarmroboter entwickelt und auf der nächsten Automatica vorstellen wird, werden in Zukunft neue Arten der Produktion erschließen. Aber heute zählen besonders bei den kleineren Maschinen in typischen Arbeitszellen Faktoren wie Taktzeit und Präzision. Ein Umstieg von der aktuell real existierenden zu einer künftigen verstärkt auf MRK setzenden Produktion wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Gibt es neben den technischen Unzulänglichkeiten noch weitere Gründe dafür, dass die MRK noch nicht da ist, wo sie sein könnte?


Taktzeit und Präzision spielen heute noch wesentliche Rollen, weil die aktuell laufenden Anlagen vielfach von ihren Arbeitsprozessen her nicht auf das Thema MRK hin optimiert wurden. Vielleicht kann man es überspitzt so ausdrücken, dass die konkrete Aufgabe für eine MRK-Applikation in bestehenden Produktionsketten noch gesucht wird und deren Lösung daher auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Damit stellt sich die Frage nach der technischen Unzulänglichkeit nur bedingt, denn: in Bezug auf welche Anforderung unzulänglich? Eine Möglichkeit ist natürlich, dass jemand von scratch auf eine neue Anlage projektiert, in der dann natürlich auch auf die besonderen Anforderungen einer MRK-Anwendung Rücksicht genommen werden kann. Das ist aber unserer Erfahrung nach eher die Ausnahme. Entweder ist eine Produktionsstraße ganz auf MRK hin optimiert oder gar nicht – ein Mittelweg ist schwer vorstellbar. Bei den heutigen, taktzeitdominierten Arbeitszellen würde eine MRK-Anwendung leicht zum Flaschenhals.

Wie verhalten sich die Aspekte Traglast und Dualarmlösungen zueinander?


Die Traglast spielt bei hochflexiblen Maschinen nur eine untergeordnete Rolle, und sobald die nötige Last einmal erreicht ist, sind stärkere Maschinen sogar eher schädlich. So benötigen unnötig starke Maschinen beispielsweise oft mehr Platz und sicher mehr Strom. Unser sensitiver Doppelarmroboter besitzt eine Nettotragkraft von drei Kilogramm, aber seine Stärke sind seine Sensoren, Kameras sowie die hochflexible Programmierung, die weniger auf verrichtungsorientierter als problemorientierter Anweisung beruht. Sollte sich herausstellen, dass – als ein Beispiel – bei Maschinen dieser Art eine Nutzlast von einem Kilogramm ausreicht, wird man dies zum Gewinn des Anwenders berücksichtigen.

Welche Innovationen wird Epson als nächstes präsentieren?


Der ständige Ausbau unseres bestehenden Produktportfolios ist eine Aufgabe, der wir uns stellen. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung unseres Doppelarmroboters, der schon als sehr früher Prototyp auf der Automatica 2014 vorgestellt wurde. Diesen werden wir als neue Variante dem interessierten Fachpublikum auf der Automatica im nächsten Jahr zeigen.

www.epson.de

Ausgabe:
aut 09/2017
Unternehmen:
Bilder:
Epson

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