23. JANUAR 2018

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Das hat sich gewaschen


Elektroautomation

Lineartechnik. Peitzmeier Maschinenbau hat eine Maschine entwickelt, die jährlich 40.000 Waschbecken aus Dünnblech vollautomatisch schleift. Um die Werkstücke nicht zu beschädigen, setzt der Maschinenbauer auf das Linearführungssystem GV3 von HepcoMotion.
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Die aktuellste Erfindung der Firma Peitzmeier, die sich auf den Bau von Schleifmaschinen spezialisiert hat, ist eine Anlage namens Omni-Grind Twin 3100 AC, mit der Kunden aus der metallverarbeitenden Industrie Werkstücke vollautomatisch schleifen und polieren können. Zu den Anwendern der Schleifanlage gehört eine holländische Firma, die Edelstahl-Waschbecken für ein Schweizer Unternehmen bearbeitet.

Vor Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2016 stellten die Verantwortlichen an die Schleifmaschine einige außergewöhnliche Anforderungen, erinnert sich Ulrich Peitzmeier, Geschäftsführer bei Peitzmeier: »Die drei Tonnen schwere Anlage sollte in der vollautomatisierten Ausbaustufe 40.000 Edelstahl-Waschbecken pro Jahr schleifen und dabei besonders vorsichtig vorgehen, denn die Waschbecken sind aus Dünnblech gefertigt, das nur einen Millimeter dick ist. Da passiert es schnell, dass das Werkzeug zu lange auf einer Stelle schleift und das Werkstück beschädigt.« Für diese Anforderungen musste Peitzmeier die Schleifmaschine anpassen. Das schwere Schleifwerkzeug, das normalerweise auf einer doppelstrangingen U-Schiene montiert ist, musste weichen – zugunsten eines leichteren Werkzeugs, das sich auf nur einer Führungsschiene präziser denn je ausrichten lassen sollte. Das bisherige Führungssystem war dafür ungeeignet. Peitzmeier machte sich deswegen auf die Suche nach einem Hersteller geeigneter Führungsschienen. Fündig wurde er bei HepcoMotion, einem Unternehmen, das sich seit 1969 auf die Entwicklung von Linearführungssystemen und Automatisierungskomponenten spezialisiert hat.

Präzise und schnell

Peitzmeier entschied sich für das Linearführungssystem GV3. »Das System besteht aus präzisionsgeschliffenen Führungsschienen und einem Laufwagen, der mit speziellen Laufrollen ausgestattet ist«, erklärt Thorsten Pfau, Vertriebsleiter bei HepcoMotion. »Die Rollen haben sogenannte V-Nut-Lager, die mit ihren Kerben von oben und unten in die spitz zulaufenden Schienen greifen und dank geringer Reibung Bewegungen im Bereich von hundertstel Millimetern ermöglichen – bei einer Geschwindigkeit von bis zu acht Metern pro Sekunde.« Gleichzeitig haben die Führungsschienen eine ausreichende Steifigkeit, um der Anpresskraft des Schleifwerkzeugs standzuhalten. »Genau nach dieser Kombination aus Präzision und Widerstand gegen elastische Verformung haben wir gesucht«, verdeutlicht Peitzmeier. Das Linearsystem zähle zudem zu den geräuschärmsten Systemen auf dem Markt.

Das Linearführungssystem hat allerdings nicht nur mit Präzision und Widerstandskraft gepunktet. Die Monteure konnten auch Platz sparen. »Das GV3-System ist modular aufgebaut, sodass wir die Laufrollen einzeln gekauft und direkt an die Adapterplatte des Schleifwerkzeugs montiert haben«, sagt Peitzmeier. »Durch den Verzicht auf die restlichen Komponenten des Laufwagens haben wir knapp 40 Prozent der Aufbauhöhe gespart – und trotzdem eine hohe Tragfähigkeit erreicht.« Ein weiterer Vorteil: Das Führungssystem ist prädestiniert für den Einsatz in rauen Umgebungen, da es selbstreinigend und somit gegen einen schnellen Verschleiß geschützt ist. Pfau dazu: »Die V-Nut-Lager wischen Ablagerungen einfach von der Schiene und sorgen für einen reibungslosen und zuverlässigen Betrieb.«


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Ausgabe:
aut 08/2017
Unternehmen:
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HepcoMotion
HepcoMotion

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