25. AUGUST 2016

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Schreiben und lesen


Technik

RFID - Unlängst stattete Balluff im VW-Motorenwerk Chemnitz zwei Fertigungslinien mit Identifikationssystemen aus, um Prozessdaten laufend zu aktualisieren.

In der automatisierten Fertigung dient die Kennzeichnung von Bauteilen nicht mehr nur der Rückverfolgbarkeit. Sie eignet sich auch zur Prozesssteuerung oder Produktsicherung, indem sie kontinuierlich Prozessdaten zuordnet und in der Fertigung weiterreicht.
Das setzt allerdings voraus, Codierungen im rauen Umfeld nicht nur lesen zu können, sondern auch zu beschreiben. Dies gewährleistet RFID-Technologie in Form der Identifikationssysteme BIS C von Balluff. Für den Einsatz in Fertigung und Montage mit widrigen Umgebungseinflüssen wie Hitze, Schmierstoffe, Verschmutzung, Vakuum oder Frequenzstörungen hat Balluff industrietaugliche RFID-Lösungen entwickelt. Die Systeme sind störsicher, Softwarefunktionalitäten unterstützen Applikation und Datensicherheit.
Kernkomponenten von BIS sind robuste, miniaturisierte Datenträger und Schreib-Lese-Köpfe mit der entsprechenden Anzahl Auswerteeinheiten. Zum Datenaustausch empfängt der Datenträger ein Energiesignal von einem Schreib-Lese-Kopf und baut daraus seine Versorgungsspannung auf. So kann er seine Daten in Richtung Kopf senden. Als Zwischenspeicher verwalten Auswerteeinheiten den Datentransfer zwischen Datenträger und den steuernden Systemen.
Bei Volkswagen in Chemnitz sind die Datenträger (RFID-Tags) in Kunststoffhülsen untergebracht. Eine weitere Fertigungslinie für Zylinderköpfe ist mit zwei Datenträgerkreisläufen ausgestattet.

Mal mit, mal ohne

Im ersten Bereich der mechanischen Bearbeitung verwendet VW Werkstückträger (WT) mit RFID-Tags. Hier sind die Datenträger direkt in Spezialschrauben eingelassen, welche fest mit den WT verbunden bleiben.
Im letzten Teil der Fertigung werden die Zylinderköpfe ohne WT von Prozess zu Prozess weitergereicht. Hier stehen an den Zylinderköpfen entsprechende Montageflächen zur Verfügung, sodass sich die Schrauben mit den Datenträgen direkt vollautomatisch daran montieren lassen.
In beiden Linien sind die jeweiligen Schreib-Lese-Köpfe an den verketteten Bearbeitungszentren, den Prüfeinrichtungen sowie an den Ein- und Auslaufstationen untergebracht. Eine Ausnahme bildet eine manuell bediente Messmaschine mit Handscannern.
Ergänzend setzt VW an den Linien spezielle Hand-Schreib-Lese-Geräte mit Display und Tastatur ein. Sie dienen Kontrollzwecken und so können Mitarbeiter Daten von Werkstücken vor Ort lesen. Außerdem gibt es pro Line noch zwei Handy-Programmer für die Wartung, mit denen der Bediener Daten manuell schreiben kann.
Insgesamt sind in den beiden Linien über 90 Schreib-Lese-Köpfe mit 60 Auswerteeinheiten in die Profibus-Netzwerke eingebunden. Dazu befinden sich über 2.000 Datenträger im Umlauf, die an den Werkstückträgern der Zylinderkopflinie sowie an den Werkstücken selbst neu und fortlaufend beschrieben werden.
www.balluff.de

Ausgabe:
aut 01/2009
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