02. JULI 2016

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Daten auf großer Fahrt


SYSTEME - Mobile Datenspeicher erlauben neben der Materialflußsteuerung die Erfassung werkstückspezifischer Prozeß-, Bearbeitungs- und Positionsdaten sowie deren Zuordnung und auch die in vielen Fällen unerläßliche Dokumentation.

Die exakte Erfassung werkstückbezogener Prozeß- und Bearbeitungsdaten hat in Fertigungs- und Montageabläufen mehrere Gründe. Hauptsächlich dient sie bei sicherheitsrelevanten Bauteilen der lückenlosen Dokumentation im Sinne der Qualitätssicherung. Mit elektronischen Identifikationssystemen ist die sichere Datenzuordnung in automatisierten Fertigungslinien realisierbar.

Werkstückträger für hochpräzise Werkstücke
Die LK-Mechanik GmbH, Heuchelheim, rüstet ihre Werkstückträgermagazine mit Balluff Identifikations-Systemen (BIS) aus, da nicht jedes Bauteil mit einem eigenen Datenträger versehen werden kann. Die mit den Paletten fest verbundenen Datenträger können die Palettenidentifikation und (zusätzlich zu jedem Werkstücknest und dem darin befindlichen Teil) die unterschiedlichsten Informationen speichern. Das ermöglicht auch - bei der aus Genauigkeitsgründen notwendigen, paarweisen Herstellung von Funktionsteilen nach separaten Bearbeitungsgängen - die Zusammenführung der richtigen Paarungen. LK-Mechanik produziert anwendungsspezifisch gestaltete Werkstückträgermagazine aus Edelstahl zum Bereitstellen, Fördern, Puffern, Lagern und Stapeln innerhalb automatisierter Fertigungssysteme. Die Werkstückträger sind durch ihre hohe Maßhaltigkeit und Stabilität besonders für Präzisionsteile in der Elektronik, der Medizintechnik und der Fahrzeugtechnik geeignet. Geringe Lagetoleranzen von +/- 0,02 Millimeter innerhalb der Werkstücknester gewährleisten die sichere Teilehandhabung kleinster Bauteile bis in den Bereich der Mikromontage. Das Balluff Identifikations-System BIS besteht aus robusten Datenträgern in Miniaturbauweise, einem Schreib-/Lesekopf und einer Auswerteeinheit.

BIS-Komponenten
Der induktive Datenträger als Kern des BIS speichert alle werkstückrelevanten Informationen des Fertigungsprozesses. In Miniaturbauweise unterschiedlich geformt, arbeitet er berührungslos, verschleiß- und wartungsfrei. Er ist zudem unempfindlich gegen Verschmutzung, mechanisch hoch belastbar und verfügt über eine hohe Störsicherheit.

Der Schreib-/Lesekopf tauscht die Daten mit dem Datenträger aus. Als Zwischenspeicher verwaltet die Auswerteeinheit den Datentransfer zwischen Datenträger und Schreib-/Lesekopf. Sie ist gleichzeitig das Bindeglied zum übergeordneten Steuerungssystem. Für die unterschiedlichen Rechner- und Steuerkonzepte gibt es zahlreiche Softwarepakete. Ein aufwendiger Prüfalgorithmus gewährleistet die sichere Datenübertragung.

Die Identifikations-Systeme werden zur Werkzeug- und zur Palettencodierung verwendet und verarbeiten hauptsächlich Daten wie Auftragsnummer, Art und Geometrie der Werkzeuge und Werkstücke sowie zahlreiche andere prozeß- und werkstückrelevante Kennziffern, bis hin zu vollständigen Prüfprotokollen. Anwender, die sicherheitsrelevante Bauteile oder Produkte herstellen, etwa in Bereichen der Automobilindustrie, der Elektronik oder der Medizintechnik, setzen die intelligenten Werkstückträgermagazine von LK-Mechanik in ihren automatisierten Fertigungslinien ein. In Anbetracht stetig steigender Qualitätsansprüche können die in einem Identifikationssystem gespeicherten Prozeßdaten auch für die Verbesserung der Genauigkeit genutzt werden. Selbst bei höchster Präzision kann es in den einzelnen Abschnitten eines Herstellungsprozesses zu Ungenauigkeiten kommen, die sich bis zur Fertigstellung eines Produktes kumulieren. Sind diese Maßabweichungen teilespezifisch bekannt, kann man im jeweils folgenden Prozeßschritt individuell darauf reagieren, um letztendlich eine höhere Präzision zu erreichen. Je präziser oder kleiner die zu fertigenden Werkstücke werden, um so wichtiger wird ihr exaktes Handling bei ihrer Bearbeitung oder Montage. Aus diesem Grund sieht LK-Mechanik einen weiteren Schritt zur Nutzung der Identifikationssysteme in der Genauigkeitssteigerung der Werkstückträgermagazine selbst.

Toleranz Null im Werkstückträger
Damit Werkstücke exakt zu greifen sind, müssen diese in Lage und Position möglichst genau bereitgestellt sein. Das erfordert eine hohe Präzision der Werkstücknester auf den Paletten hinsichtlich ihrer Form, Geometrie und Koordinaten. Mit dem Ziel, der sogenannten Nulltoleranz nahe zu kommen, erweitert das Unternehmen derzeit sein Equipment mit moderner Laser-/Stanz-, Biege- und Meßtechnik. Das soll die Fertigungspräzision noch weiter erhöhen. Zudem will man künftig die einzelnen Werkstücknester zusätzlich meßtechnisch erfassen und ihre jeweiligen Koordinaten auf der Palette im Identifikationssystem abspeichern. Diese Informationen ermöglichen dem Anwender ein noch exakteres Teilehandling, was wiederum zu einer Minimierung von Abweichungen gegen Null und damit zur Erhöhung der Präzision im Endprodukt führt.

Über die reine Materialflußsteuerung hinaus ermöglicht die Erfassung werkstückspezifischer Prozeß- und Positionsdaten die werkstücknestbezogene Zuordnung von Teilen sowie die Dokumentation. Darüber hinaus helfen Werkstückträgermagazine von LK-Mechanik mit Balluff-Identifi kationssystemen bei sehr kleinen Bauteilen oder wo höchste Präzision gefordert ist, die Fertigungs- und Montagegenauigkeit zu verbessern. Für derartige Steigerungen über das Werkstückhandling sind Identifikations-Systeme wie BIS unverzichtbar.

Ausgabe:
aut 06/2004
Unternehmen:
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