24. JULI 2016

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Korb im Korb


Behälter - Stifte: 0,67 x 5 Millimeter. Wie lassen sich solche Kleinstteile rückstandsfrei reinigen? Ein Korb-im-Korb-System hilft.

Bis zum letzten Span funktionierte die Serie reibungslos. Die Musterteile waren perfekt, der Kunde zufrieden. Loga Präzionsteile aus dem schwäbischen Denkingen erhielt die Serienfreigabe, aber dann tauchten Probleme auf. Dass die Teilereinigung bei den kleinen Beryllium-Kupfer-Stiften nicht einfach und wirtschaftlich sein würde, war Peter Loga und seinen 14 Mitarbeitern zwar klar. Dass sie aber die als Schüttgut zu waschenden Kleinstteile nicht rückstandsfrei liefern konnten, machte ihnen Kopfzerbrechen. Aber die Lösung liegt manchmal ganz nahe, und die hieß Draht-Schnee im benachbarten Wehingen.
„Wir wussten“, so Peter Loga, „dass Draht-Schnee, auch in Zusammenarbeit mit Herstellern von Teilereinigungsanlagen, Systeme für die Werkstücklogistik und Teilereinigung erarbeitet. So lag es nahe, uns dort fachlichen Rat einzuholen.“
Das Anforderungsprofil war aufgrund der praktischen Erfahrung aus den ersten Reinigungsversuchen schnell umrissen: Die Tagesproduktion an Beryllium-Kupfer- und Messingstiften sollte rückstandsfrei und kostengünstig gewaschen werden. Laut Qualitätsmanagement sollten die einzelnen Losgrößen der Tagesproduktion die nachgelagerten Arbeitsgänge bis zum Versand - möglichst bereits ab der Maschine - in unterschiedliche Fertigungschargen sortiert durchlaufen.

Wascherfahrung
„Für uns ist die Problemstellung, mit der Loga an uns herangetreten ist, nicht neu“, erzählt Harald Hölsch, Produktmanager bei Draht-Schnee. „Gerade bei Kleinstteilen, die als Schüttgut gereinigt werden, ist die optimale Durchflutung das A und O.“
Diese Anforderungen könnten klassische Reinigungsbehälter nicht erfüllen, denn nur bei Konstruktionen aus Draht kann aufgrund der Gewebestruktur das Waschmedium rundum gut eindringen und auch wieder abtropfen. Die Durchflutung beim Waschen ist maximal, bei der Trocknung wird das Schüttgut bestens durchlüftet. An den runden Drahtstäben tropft das Waschmedium sauber ab und wird so nicht mehr „verschleppt“. Aufgrund der fehlenden Ecken und Kanten bilden sich keine Schmutznester mit Spänen und Reinigungslösungen, somit entfällt eine zusätzliche Reinigung der Behälter.
Draht-Schnee konnte Loga eine Standardlösung anbieten, die Harald Hölsch wie folgt beschreibt: „Weil die Reinigung von Kleinstteilen bereits mehrfach nachgefragt wurde, haben wir ein Korb-in-Korb-System in unser Standardprogramm aufgenommen. Durch unsere CNC-gesteuerte Eigenfertigung können wir den Kunden auf das Reinigungsgut abgestimmte Maschenweiten und Korbmaße anbieten.“
Anhand der Musterteile wurde bei Draht-Schnee die sinnvolle Maschenweite ermittelt, damit bei Transport und Reinigung keine Teile aus dem Korb herausfallen können. Dessen Dimension richtet sich nach dem gewünschten Chargenvolumen und den Rastermaßen, um mehrere Einzelkörbe zu einem sinnvollen und wirtschaftlichen „Waschpaket“ zu kombinieren.

Mini-Körbe
„Das Korb-in-Korb-System ermöglicht die Bündelung mehrerer kleiner Körbe in einem größeren Träger zur optimalen Ausnutzung der Anlagenkapazität“, schildert Harald Hölsch den Grundgedanken des Systems.
Damit Kleinstteile in der betriebsinternen und externen Logistik nicht auf der Strecke bleiben, hat Draht-Schnee „Mini-Körbe“ entwickelt, die auf Teilmaßen des Standard beruhen, so dass mehrere Einsatzkörbe in einem Standardkorb Platz finden. Mit diesem System ist ein sortiertes und zugleich kompaktes Handling von Kleinstteilen möglich geworden.
Das Korb-in-Korb-System orientiert sich dabei an den Innenmaßen der Premium-Standardkörbe. Damit ist es möglich, verschiedene Werkstücke in unterschiedlichen Mengen Platz sparend in Premium-Körben zu lagern, zu waschen und zu transportieren. Robuste und sicher fixierende Spanndeckel halten die verschiedenen Partien voneinander getrennt. Ein für das automatisierte Handling ausgestatteter Standardkorb dient dabei als Aufnahme. Die Reinigungsanlage fährt somit immer mit optimaler Auslastung.
Aufgrund der Vorbesprechung empfahlen die Projektingenieure bei Draht-Schnee, die Stifte bereits aus der Maschine in den Einsatzkorb fallen zu lassen. So wird ein Umschichten des Schüttgutes gespart und es landet chargenweise sofort im richtigen Behälter. Dadurch kann Peter Loga das gute Abtropfverhalten der Drahtkörbe bereits an der Maschine nutzen. Bislang verschmutzte das restliche Kühlmittel oftmals das Werksgelände - teuer und ökologisch nicht gerade sinnvoll. Jetzt sei die Situation anders: „Während die Produktion läuft, können die bereits produzierten Stifte in aller Ruhe abtropfen. So geht uns kaum Kühlmittelflüssigkeit verloren.“
Die Gebrüder Loga haben von Draht-Schnee ein günstiges Standardsystem, die Kosten halten sich in Grenzen. Michael Loga: „Wir müssen die Teile nicht ein einziges Mal in die Hand nehmen, so sparen wir neben Geld auch noch Zeit.“

Ausgabe:
aut 06/2005
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