23. OKTOBER 2014

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Kaizen im Materialfluss


Fertigungsautomation/Materialfluss

Fördertechnik - Eine klug durchdachte Logistik und schnelle Lagerspiele sind einer der Schlüssel dafür, dass es in der Fertigung und Montage keine unproduktiven Stillstandszeiten gibt. Komatsu hat in dem neuen Hochregallager in einem seiner Produktionswerke vorgemacht, wie das geht.
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Der weltweit operierende Baumaschinenhersteller Komatsu hat schon Anfang der 90er-Jahre die traditionsreiche Marke Hanomag übernommen. Im Werk in der niedersächsischen Landeshauptstadt werden vorrangig Radlader in den unterschiedlichsten Baumustergrößen gefertigt. Moderne Fertigungs- und Montagestraßen sowie Lean Production sind das Aushängeschild von Komatsu. Kürzlich wurde ein modernes Hochregallager für die umfassende Materialversorgung, mit hohem Überseeanteil aus Japan, in Betrieb genommen. Um höchsten Qualitätsansprüche zu genügen – japanische Unternehmen sind für »Kaizen« (ständiges Verbessern), bekannt –, sollten der Wareneingang und die Warenzuführung zum Hochregal automatisiert werden.

»Unser Hochregallager ist auf dem neuesten Stand der Technik«, sagt Hüsnü Genç, Logistikleiter Komatsu. »Zur Optimierung der innerbetrieblichen Logistik fehlte jedoch ein automatisierter Wareneingang, der uns eine geordnete Struktur und damit hohe Transparenz ermöglichen sollte. Weiterhin benötigten wir einen Verteiler für die einzelnen Regalgassen. Der Vorteil war offensichtlich: weniger Gabelstapler-Verkehr sowie hohe Zielsicherheit, automatisch und schnell amortisierend. Der Kontakt zu HaRo besteht seit mehr als fünfzehn Jahren. Für eine schnelle Umsetzung setzen wir auf Erfahrung und Qualität made in Germany.«

Die Warenströme wurden durch HaRo an Hand von Simulationsprogrammen analysiert. Nach einer Untersuchung der Arbeitsplatzgestaltung erfolgte der Startschuss: Im Außengelände werden die ankommenden Lkw entladen, die Transporteinheiten – Palettenware und Gitterboxen – per Flurförderzeug direkt und ohne Zwischenlagerung auf den I-Punkt der HaRo-Anlage verbracht. Hierbei ist besondere Sorgfalt auf die Konstruktion der Gabelstapler-Aufgabe gelegt worden. Rammschütze, Einlaufführungen mit »viel Eisen«, schützen die automatische Anlage vor Beschädigungen. Robuste Rollenbahnen mit dem bewährten HaRo-System Quickflex sowie spezielle Sensorik garantieren auch bei widrigen Wetterverhältnissen einen problemlosen Lauf, mühelos und sicher können Fördergüter mit Gewichten von 100 bis 1.200 Kilo transportiert werden.

Ein automatischer Anlauf mit Sicherheitsabfragen gibt dem Gabelstaplerfahrer freie Hand. Zug um Zug kann der Lkw schnell entleert werden. Nach einer Staustrecke von mehreren Palettenplätzen erfolgt das Einschleusen in das Werk, wobei ein integriertes Schnelllauftor als Kälte- und Zugluftschutz optimal auf den Anlagentakt abgestimmt ist. Nach einer weiteren Staustrecke ist die Verteilung zu den Arbeitsplätzen mit Kettenförderern (KF3D) und Exzenter-Stationen (EXE140) von HaRo aufgebaut. Die Kettenförderer sind mit Systemblechen verkleidet und erreichen dadurch einen hohen Sicherheitsstandard. Die breiten Duplexketten mit stabilen Führungen ermöglichen exakte Positionierungen. Spezielle Übergabestränge mindern den Polygoneffekt der Ketten. Elektromotorische Exzenterheber in spielfreier Ausführung garantieren höchste Wiederholgenauigkeiten und übergeben die Eingangsware an wartungsfreie Gefällebahnen Typ RFL, welche am Auslauf sanft abbremsen. Das leichte Gefälle ermöglicht trotz hoher Fördergutgewichte auch ein manuelles Zurückschieben, sodass die Mitarbeiter immer optimale ergonomische Greifgeometrien für die Auftragsbearbeitung erhalten.

An insgesamt fünf Stationen wird die Ware geprüft, vorkommissioniert, mit einem Barcodelabel versehen und abschließend von Flurförderzeugen übernommen. Dabei können verschiedene Versorgungsstrategien der Arbeits-plätze an der zentralen HaRo-Steuerung via Display schnell und komfortabel eingestellt werden.


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aut 03/2013
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