01. NOVEMBER 2014

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O-Ringe sind überall


Anlagen/Systeme - Bei der Montage von Dichtringen kommen mehr Verfahren zum Einsatz als sich der Laie vorstellen kann. Denn O-Ringe erfordern eine ganze Menge Know-how.

Es sind häufig die kleinen Dinge, die entscheiden. Das ist im Leben genauso wie in Maschinen und Anlagen. Dort würde das große Ganze nicht funktionieren, wenn nicht zum Beispiel an vielen Stellen kleine O-Ringe für Dichtigkeit sorgen würden. O-Ringe heißen so, weil sie einen runden, also O-förmigen, Querschnitt aufweisen. Aufgrund der radialen Form wirkt ein O-Ring als doppeltes Dichtelement. Ob Automotive, Sanitär, Verbrauchsgüter, Medizintechnik, Elektronik oder Multimedia – O-Ringe unterschiedlicher Ausprägung in Form und Material finden sich in nahezu jedem Produkt.
Die Herausforderung besteht darin, diese Dichtungen verschleißfrei und funktionssicher für einen dauerhaften Produktionsbetrieb zuzuführen und zu montieren. Diese Aufgabe ist oftmals anspruchsvoll. Ist die Montage von außenliegenden Dichtungen meist noch einfach – gutes Rückstellverhalten vorausgesetzt –, so erfordert die Verarbeitung von innenliegenden Dichtungen oder Konturdichtungen einen höheren technischen Anspruch.
Ein Unternehmen, das sich der Montage von Dichtringen verschrieben hat, ist Ohrmann Montagetechnik aus Möhnesee. Der Hersteller von Anlagen für die Montage von außen- und innenliegenden Dichtungen sowie Niederdruck-Vergussanlagen zum Isolieren und Schützen elektronischer Bauteile stellt sich immer wieder neuen Anforderungen und unterstützt prozessbegleitend die Neuentwicklungen seiner Kunden. Mit Amara Ohrmann gibt es eine Tochtergesellschaft in Kanada für mehr Kundennähe im amerikanischen Markt, die das Produktspektrum und die technischen Möglichkeiten erweitert. Bei der Außenmontage von Dichtungen haben sich Spreizfinger- Mechaniken mit Abstreifern oder die Montage mit fliegendem Kegeldorn bewährt. Allerdings liegen die Grenzen bei Material, Aufweitwinkel und Aufweitgeschwindigkeit. Auch die Oberflächengüte von Dichtring und Montagewerkzeug bestimmt die Funktionalität, denn rollt oder verdrillt der Dichtring beim Montageprozess aufgrund ungünstiger Reibungsverhältnisse, lässt sich seine nachträgliche Dichtheit nicht mehr sicherstellen.
Zur schonenden Montage von Dichtringen haben sich Fügehülsen bewährt. Hierbei wird der Dichtring auf eine Hilfshülse aufgezogen und mittels einer zweiten Hülse auf die Montageposition abgeschoben. Die Dichtung wird hier nur minimal aufgeweitet und »stressfrei« verarbeitet. Unter anderem kommt dieses Verfahren dort zum Einsatz, wo schnelle Taktzeiten unter einer Sekunde gefordert sind. Kombigeräte zur gleichzeitigen Montage mehrerer Dichtringe mit gleichem Durchmesser reduzieren die Montagezeit erheblich.

Muss exakt sitzen
Je nach Durchmesser und Schnurstärke kommt im Hause Ohrmann bei der Montage innenliegender Dichtringe ein Innenkegel, eine Stauchmechanik oder bei größeren Durchmessern auch die Ausformung des Ringes in eine Nierenform zur Anwendung. Ein wichtiges Kriterium dabei ist die Absicherung, dass der gesetzte Dichtring in der geforderten Position, in der richtigen Lage und unversehrt montiert worden ist – denn der Dichtring ist nach der Montage nicht mehr sichtbar. Hier kommen Kalibrierdorn, Spreiztaster oder vermehrt auch optische Prüfverfahren zum Einsatz. Konturdichtungen stellen wegen der Größe und labilen Form ganz andere Anforderungen an die Montageaufgabe. Sie werden oftmals entweder in großen Kegel- Schwingförderern oder mit einer Dornenkette vereinzelt und bereitgestellt. Danach müssen sie auf Setzdorne aufgezogen und mithilfe einer Formhülse in die Montageposition abgeschoben werden. Speziell bei negativen Konturen sorgt eine Schiebermechanik dafür, den O-Ring in Montagekontur zu halten. Bei der Montage von Dichtungen spielt nicht nur die Kenntnis der Materialien, technischen Parameter und Montagesituation eine Rolle, sondern auch die Wirtschaftlichkeit.
Rechnet sich die Handmontage mit Tischgerät oder ist eine Einbindung eines Stationsmoduls in einen vollautomatischen Fertigungsablauf der richtige Weg? Rahmenbedingungen wie geringe Losgrößen und Variantenvielfalt bringen Faktoren wie schnelle Umrüstung oder einfache Programmanwahl mit Robot- und Visionsystemen auf den Plan. Da Produkte immer variantenreicher werden, muss die Dichtringmontage variabel und flexibel sein und sich unter Einbeziehung neuer Trends und Entwicklungen immer neu verbessern.

Ausgabe:
aut 06/2008
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