24. JANUAR 2018

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Über den Wolken


Fertigungsautomation

Steuerung - Die beiden Unternehmen Robomotion GmbH und Sotec GmbH haben eine Roboterapplikation entwickelt, mit der man den neuen Kuka-Roboter KR 3 Agilus mit einem Smartphone steuern kann, und zwar aus der Cloud heraus.

Industrielle Prozesse werden zunehmend digitalisiert, produktionsrelevante Komponenten miteinander vernetzt. So entsteht eine smarte Fabrik. Unternehmen erwarten sich durch die intelligente Vernetzung einen Quantensprung in Produktivität, Flexibilität und Effizienz und damit die Sicherung von Wettbewerbsvorteilen. Roboter werden dabei eine Schlüsselrolle spielen. Deren Einbindung in den intelligenten Produktionsprozess erfolgt über die Cloud. Für Außenstehende ist die dahinterstehende Technik jedoch häufig nur schwer zu durchschauen. Um für mehr Transparenz zu sorgen, haben der Maschinenbauer Robomotion GmbH und das auf Automatisierung spezialisierte Unternehmen Sotec GmbH im Rahmen eines Forschungsprojekts eine Roboterapplikation entwickelt, die die Steuerung eines Roboters aus der Cloud heraus ermöglicht. Die Applikation wird nach Abschluss des Forschungs-projekts bei Ausstellungen zu Demonstrations-zwecken gezeigt. Besucher können dabei den eingesetzten Kuka-Kleinroboter KR 3 Agilus sogar mit dem eigenen Smartphone steuern.

Intelligente Steuerung

»Sotec wünschte die Ansteuerung des Roboters nicht wie gewöhnlich über eine physikalische speicherprogrammierbare Steuerung, sondern aus der Cloud heraus«, wie Dr. Andreas Wolf, Geschäftsführer der Robomotion GmbH mitteilt. Die Steuerung des KR 3 Agilus geschieht aus einer lokalen oder Public Cloud abgespeicherten Grund-SPS heraus. Wolf und seine Kollegen haben die Applikation so programmiert, dass Interessierte den Roboter sogar mit ihrem eigenen Smartphone steuern können. Aber nicht nur die Steuerung ist erlebbar: Auf einem Monitor kann die stattfindende Kommunikation zwischen Smartphone und dem Roboter via Monitor live mitverfolgt werden. So werden Berührungsängste gegenüber der neuen Technik abgebaut.

Keine Smart Factory ohne Cloud Computing

Clouds versetzen Unternehmen in die Lage, flexibel auf wechselnde Kapazitätsanforderungen und Warenströme zu reagieren. Der Augsburger Roboterhersteller Kuka arbeitet deshalb an der Verschmelzung des IT-Sektors mit den Bereichen Mechatronik und industrielle Fertigungsprozesse. Mit Fortschreiten der technischen Entwicklung in Richtung Smart Factory, also der Industrie 4.0, muss auch die Steuerung in zunehmendem Maße flexibilisiert und vereinfacht werden. Ein Baustein dabei ist, dass die Nutzer der Roboter diese von überall aus, zu jeder Zeit einfach und ohne große Programmierkenntnisse steuern und analysieren können müssen. Genau an diesem Punkt setzte die als Forschungsprojekt gestartete Arbeit ein. Der Maschinen-bauer integrierte dazu den ersten in Deutschland ausgelieferten KR 3 Agilus in die Applikation. Der Roboter ist vor allem für Pick-and-Place-Tätigkeiten ausgelegt. Für den Einsatzbereich eignete sich der Roboter vor allem durch seine Schnelligkeit und Präzision. Außerdem ist sein Steuergerät vergleichsweise klein, sodass er einfach zu transportieren ist und aufgestellt werden kann.

Programm soll ausgebaut werden

»Die Kombination eines Roboters und seiner Steuerung per Smartphone erregt natürlich Aufmerksamkeit«, verrät Florian Holz, Geschäftsführer der Firma Sotec unumwunden. Nach der ersten positiven Resonanz soll das Programm um weitere Möglichkeiten, die die Cloud bietet, ausgebaut werden. Der KR 3 Agilus soll um neue Greiferfunktionalitäten erweitert werden. Auch Sensorfunktionen sind angedacht. Darüber hinaus eignet sich die Applikation auch zur Durchführung von studentischen Arbeiten.

www.kuka.com

Ausgabe:
aut 09/2017
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Bilder:
Kuka
Kuka

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