20. APRIL 2018

zurück

kommentieren drucken  

Die Zukunft ist gelb


Fertigungsautomation

Robotik - Nach Einschätzung des Weltbranchenverbands International Federation of Robotics (IFR) werden bis 2020 mehr als 1,7 Millionen neue Industrieroboter in den Fabriken der Welt installiert. Dabei verzeichnet Asien das stärkste Wachstum.

74 Prozent des Gesamtumsatzes der Industrieroboter entfallen 2016 auf fünf Hauptmärkte: China, Südkorea, Japan, die Vereinigten Staaten und Deutschland. China hat seine führende Position mit einem Marktanteil von 30Prozent des Gesamtangebots im Jahr 2016 ausgebaut. Mit rund 87.000 verkauften Einheiten näherte sich China sogar dem Gesamtabsatz von Europa und Amerika zusammengerechnet (97.300 Einheiten). Dabei konnten die chinesischen Roboterlieferanten 2016 ihren Inlandsmarktanteil auf 31 Prozent weiter ausbauen.

In Japan stieg der Roboterabsatz 2016 um zehn Prozent auf rund 39.000 Einheiten und erreichte damit den höchsten Stand seit 2006 (37.400 Einheiten). Japan ist das führende Land bei der Roboterfertigung. Um der wachsenden Nachfrage nach Industrierobotern gerecht zu werden, haben die japanischen Roboterlieferanten ihre Kapazität seit 2010 immer weiter erhöht: Die Produktion verdoppelte sich von 73.900 Einheiten im Jahr 2010 auf 152.600 Einheiten im Jahr 2016. Das entspricht 52 Prozent des weltweiten Lieferumfangs im Jahr 2016. Joe Gemma, Präsident der International Federation of Robotics, dazu: »Japan ist ein hochautomatisiertes Land, in dem sogar Roboter von Robotern gebaut werden.«

Japan exportierte 2016 insgesamt knapp 115.000 Industrieroboter im Wert von 309 Milliarden Yen (etwa 2,7 Milliarden US-Dollar) – das mit Abstand größte Ausfuhrvolumen in einem Jahr. Die Exportquote stieg von 72 Prozent auf 75 Prozent (2011 bis 2016). Die wichtigsten Exportregionen: Nordamerika, China, Korea und Europa. Die japanischen Importe von Robotern sind dagegen mit nur etwa einem Prozent der Installationen extrem niedrig. Entsprechend erzielten ausländische Roboterlieferanten in Japan nur ein geringes Umsatzvolumen. Für die japanischen Hersteller hat sich der Heimmarkt seit der Finanzkrise 2009 dagegen stark erholt.

Deutschland ist der fünftgrößte Robotermarkt der Welt und der mit Abstand größte in Europa. Der Anteil der jährlichen Neuinstallationen betrug 36 Prozent (2016) des gesamten Roboterumsatzes in Europa. Gemessen am Bestand sind es 41 Prozent (2016). Die Zahl der verkauften Roboter stieg im Vergleich zu 2015 (19.945 Stück) leicht auf 20.039 Einheiten. »Roboter arbeiten mit höchster Präzision und werden – mit dem Internet der Dinge vernetzt – eine Schlüsselrolle in neuen digitalen Fertigungsumgebungen spielen«, sagt Gemma. »Das rasant wachsende Modellangebot erweitert die Einsatzmöglichkeiten für Industrieroboter und gibt Betrieben aller Unternehmensgrößen die Chance, flexibel zu automatisieren.«

Bis 2020 soll sich der weltweite Bestand an Industrierobotern von rund 1.828.000 Einheiten (2016) auf 3.053.000 Einheiten erhöhen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate beträgt 15 Prozent (2018 bis 2020). Der operative Roboterbestand in Asien-Australien wird im Jahr 2017 voraussichtlich um 16 Prozent, in Amerika um neun Prozent und in Europa um sieben Prozent steigen. In China sind seit 2016 die meisten Industrieroboter im Einsatz. Im Jahr 2020 werden es rund 950.300 Einheiten sein, deutlich mehr als in Europa (611.700 Einheiten). Der japanische Roboterbestand wird zwischen 2018 und 2020 nur leicht ansteigen. In Asien insgesamt werden 2020 rund 1,9 Millionen Roboter im Einsatz sein. Dies entspricht fast dem weltweiten Roboterbestand von 2016.

www.ifr.org

Ausgabe:
aut 09/2017
Unternehmen:
Bilder:
IFR World Robotics 2017
IFR

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben