23. OKTOBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Ende der Kleinstaaterei bei Tools


Elektroautomation

Visualisierung - Automatisierungskomponenten sollten heutzutage über gängige Webbrowser programmiert, konfiguriert und bedient werden können. Allerdings ist die Entwicklung einer solchen Softwarelösung – basierend auf einem Embedded-System – komplex und aufwendig. Mit dem »SpiderControl«-Baukasten sollen browserbasierte Programmierungen leichter, schneller und kostengünstiger werden. Haben PC-basierte Werkzeuge im Industrie-4.0-Zeitalter also ausgedient?
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4  

Das Internet of Things wird im Vergleich zu heute die Anzahl der künftig eingesetzten Automatisierungskomponenten um ein Vielfaches steigen lassen. Steuerungen, Regler, Sensoren, Bediengeräte, Anzeigen, Gateways und vieles mehr müssen zu einem funktionierenden Ganzen zusammengesetzt und betrieben werden können. Dies bedarf einer Softwarelösung, die für den Anwender einerseits noch einfacher zu bedienen ist und andererseits Geräte im Feld unkompliziert installieren lässt.

Etliche Hersteller bieten derzeit für die Inbetriebnahme und Konfiguration ihrer Geräte diverse PC-Programme an. Die Anwender haben dadurch zeitgleich mehrere Tools bei der Feldinstallation im Einsatz, beispielsweise zur Programmierung oder Konfigurationen von HMI. Für die Bedienung im Regelbetrieb sind in den vergangenen Jahren Embedded-Web-Server zu Must-Haves geworden. Deren Nutzen ist tatsächlich hoch, so dass in diesem Bereich dedizierte PC-Software kaum mehr eingesetzt wird. Gehen die Anforderungen jedoch über die Bedienung und einfache Konfiguration hinaus, war die Entwicklung reiner browserbasierten Lösungen bisher zu komplex und teils bot nicht genügend Entwicklungsmöglichkeiten. PC-Applikationen erfordern heutzutage ebenfalls mehr als nur einfache Masken und Anzeigen.

Interaktionen logisch in die Applikation einbinden

So wollen Anwender beispielsweise grafische Objekte einfügen, verschieben und miteinander verbinden können. Diese Interaktionen wiederum müssen in der Applikation logisch abgebildet, gespeichert und später auch ausgeführt werden können. In den gängigen Portalen gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Web-Apps, welche auf diese Weise funktionieren und uns beweisen, dass diese Funktionalität möglich ist. Die Entwicklung dieser Anwendungen benötigt aber ein Zusammenspiel von mehreren Browser- sowie Serverkomponenten und Technologien, was in Summe die Entwicklung komplex und aufwendig macht. Zwar gibt es heute im Bereich von Java-Script vermehrt praktische Frameworks, welche für gewisse Aspekte einen wichtigen Teil der Arbeit abnehmen können. Das Hauptproblem dabei ist jedoch, dass für die eingangs beschriebene Aufgabenstellung, nämlich dem Ersatz der PC-Software, durch eine rein Embedded-Web-Server/browserbasierte Lösung mehrere solcher Frameworks zusammen kombiniert und diverse Programmiersprachen eingesetzt sowie eigene Codes hinzugefügt werden müssen, um das gewünschte Zusammenspiel erreichen zu können. Dabei wird schnell klar, dass der Entwicklungsaufwand, der beim Gerätehersteller für die Bereitstellung einer reinen Websoftware anfällt, wesentlich größer sein wird als für das entsprechende PC-Programm, wo man mit einem Werkzeug wie VisualStudio eine komfortable, bewährte und berechenbare Basis hat. Noch deutlicher wird es, wenn man die Kosten für die weitere Wartung über die Produktlebensdauer betrachtet. Arbeitet der ursprüngliche Entwickler nicht mehr im Unternehmen, wird es äußerst schwierig, die Kombination der eingesetzten Technologien nachvollziehen und erweitern zu können, abgesehen vom Debugging.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4  
Ausgabe:
aut 07/2016
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben