21. FEBRUAR 2018

zurück

kommentieren drucken  

Falsch oder zu alt?


Fertigungsautomation

Condition Monitoring - Störungen und Ausfälle von Feldbussystemen führen in der Regel zu einem Anlagenstillstand. Doch wie lassen sich solche Stillstände vermeiden? Welche Maßnahmen sind möglich und nötig, damit der Instandhalter eine vorbeugende Wartung erfolgreich betreiben kann? Bevor wir diese Fragen beantworten, schauen wir auf die zwei hauptsächlichen Ursachen für ungeplante Stillstände: Verbaufehler und Alterungseffekte.
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3  

Zu den Verbaufehlern zählen die Schwachstellen, die auf einer fehlerhaften Planung oder Installation des Bussystems beruhen. Dazu gehören beispielsweise zu lange Busleitungen, Schirm (beidseitig) nicht aufgelegt, mehr als 32 Geräte pro Segment oder ein fehlender Potenzialausgleich. »Auf EMV-Probleme treffen wir recht häufig«, berichtet Hans-Ludwig Göhringer, Geschäftsführer der IVG Göhringer, aus seiner Tätigkeit als Troubleshooter und erläutert dazu: »Für die Störsicherheit von Feldbusinstallationen sind unter anderem eine gute Erdung und ein optimaler Potenzialausgleich enorm wichtig. Andernfalls fließen Ausgleichsströme über die Schirmung der Busleitung und setzen die Geräte außer Funktion.«

IVG Göhringer hat sich über viele Jahre ein umfassendes Know-how im Bereich der Feldbusinstandhaltung angeeignet. Das Unternehmen wird häufig als Troubleshooter zu Anlagenstillständen gerufen und gibt seine Erfahrungen auch in verschiedenen Schulungen weiter.

Zur Beseitigung der Verbaufehler wird eine Grundinspektion empfohlen. Es sollte eine fachmännische Prüfung entsprechend der Planungsrichtlinie der PNO (Profibus Nutzerorganisation e.V.) erfolgen. Diese umfasst neben einer Sichtprüfung auch physikalische und logische Messungen. Erkannte Fehler werden behoben. Bei der Sichtprüfung geht es um die korrekte Verlegung der Busleitung und die Einhaltung der erforderlichen Abstände. Bei den physikalischen Messungen werden die elektrischen Eigenschaften hinsichtlich Kabelbrüche, Kurzschlüsse und Leitungslängen geprüft.

Diese Arbeiten sind nur bei einem Anlagenstillstand möglich, da dabei die Busverbindungen aufgetrennt werden müssen. Die EMV-Messungen und die logischen Messungen können im laufenden Betrieb erfolgen. Sie umfassen beispielsweise die korrekte Adressvergabe an die Busteilnehmer und den Telegrammverkehr. Dabei entsteht ein Abnahmeprotokoll, das jetzt als Nachweis für eine fehlerfreie Installation und für spätere Messungen als Referenz dient. Nach Umbauten oder Erweiterungen ist es sinnvoll, diese Abnahme zu wiederholen, um einen definierten Ausgangszustand zu haben.

Verschleiß und Alterung

Ab der Inbetriebnahme nagt der sprichwörtliche Zahn der Zeit am Bussystem – Einflüsse verschiedenster Art hinterlassen ihre Spuren in Form von Verschleißeffekten an der Businstallation. Neben der Alterung von Bauteilen wie Kondensatoren wirken über den gesamten Lebenszyklus immer wieder Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Kühlmittel, Lösungsmitteldämpfe, Vibrationen und Wechselbiegebelastungen auf die Feldbusinstallation.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3  
Ausgabe:
aut 06/2015
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben