28. AUGUST 2016

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Schneller geht´s nicht


Elektroautomation

Maschinen/Anlagen - Für einen neu entwickelten Schablonendrucker benötigte der Lötmaschinenhersteller Ersa eine äußerst flexible und echtzeitfähige Steuerungstechnik. Fündig wurde er bei Bachmann Electronic.

Ersa produziert hochwertige Maschinen und Geräte für die Elektronikfertigung. Als 2005 mit der Entwicklung des ersten Inline-Schablonendruckers mit integrierter 100-Prozent-Inspektion aus der Baureihe Versaprint begonnen wurde, begab sich Ersa auf die Suche nach einem zuverlässigen Partner. Das Lastenheft für die Automatisierung forderte einen hohen Durchsatz und Echtzeitfähigkeit, darüber hinaus ein leistungsfähiges Bussystem, Transparenz und einfache Konfigurierbarkeit des Systems.

Bachmann Electronic aus Feldkirch konnte überzeugen. Das M1-Automatisierungssystem des österreichischen Herstellers bietet genau diese Eigenschaften. Heute übernimmt die M1 die Abwicklung sämtlicher Steuerungs- und Regelungsaufgaben in Echtzeit und gewährleistet damit die Funktiona-lität der unterschiedlichen Aus-baustufen der Versaprint-Baureihe.

Der Versaprint S1 ist zurzeit der einzige Schablonendrucker am Markt mit integrierter 100-prozentiger Drucknachkontrolle. Möglich wird dies, da eine Zeilenkamera anstelle der sonst üblichen Flächenkameras in die Maschine integriert ist. Die sogenannte Line-Scan-Technology (LIST) ermöglicht es, sowohl die Leiterplatte für den Druckvorgang zu positionieren als auch anschließend das gesamte Layout zu inspizieren. Das M1-Automatisierungssystem von Bachmann verfügt über leistungsstarke Prozessoren, die für den Einsatz der Zeilenkamera notwendig sind.

Punktgenau kleben

In den Versaprint S1 ist auch ein Spender für Kleber und Lötpaste integriert. Bedingt durch die immer stärkere Miniaturisierung von Schaltungen sind die verwendeten Schablonendicken geschrumpft und man bewegt sich hier in Bereichen um 120 µm. Dies hat zur Folge, dass bei einer typischen Mischbestückung einigen Bauteilen nicht genug Lötvolumen zur Verfügung gestellt werden kann. Im S1 kommt ein Spender zum Einsatz, um diese Herausforderung zu lösen. Das geforderte Mehr an Lot kann so gezielt aufgebracht werden. Bekannt sind diese Systeme bereits für die Verteilung von Kleber: Um ein Herabfallen von schweren Bauteilen, wie beispielsweise Spulen, während des Lötvorgangs zu verhindern, werden diese mit einem Kleber fixiert. Dazu muss der Spender in der Lage sein, mit höchster Geschwindigkeit und sehr präzise die Klebepunkte zu platzieren. Dies stellt hohe Anforderungen an die Regelalgorithmen. Die dazu notwendige Leistung liefert das eingesetzte M1-Automatisierungssystem von Bachmann.

Die M1-Steuerung vereint die Offenheit einer PC-basierten Steuerung mit der Zuverlässigkeit industrieller Hardware-Plattformen. Für harte Umgebungsbedingungen konzipiert, garantiert sie einen störungsfreien Einsatz und ist lüfterlos bis zu einer Umgebungstemperatur von +60°C einsetzbar.

In Echtzeit vernetzt

Eine moderne, auf Netzwerkfähigkeit ausgelegte Systemarchitektur bildet die Grundlage, um die M1 einfach in das Umfeld der Steuerungs- und Anlagenperipherie zu integrieren. Real-Time-Ethernet erlaubt die echtzeitfähige Vernetzung von Steuerungen. Alle gängigen Feldbussysteme werden unterstützt, sodass die standardisierte Anbindung externer Komponenten möglich ist.

Individuelle Anforderungen können durch ein breites Spektrum leistungsfähiger CPUs auf der Ba-sis industrieller (Pentium-)Prozes-soren und mit einem umfangreichen Angebot von Ein-Ausgangs-modulen leicht erfüllt werden. Echtzeitfähige Bussysteme erlauben es, die Automatisierung ohne Leistungseinbußen zu dezentralisieren.

Die Steuerungen von Bachmann sind in verschiedenen Systemen von Ersa im Einsatz, wo sie sich hervorragend bewähren. Gerade die große Anzahl von Optionen und kundenspezifischen Lösungen fordert ein sehr flexibles System, das immer auf die neuesten Entwicklungen angepasst werden muss. »Das M1-Automatisierungssystem von Bachmann übernimmt die komplette Steuerung der Selektivlötmaschinen inklusive der gesamten Multiachs- und Temperaturregelung«, führt Michael Schäfer, Direktor R&D bei Ersa, aus. »Für unsere Kunden bedeutet das höhere Produktionsgeschwindigkeiten und mehr Flexibilität.«

In der Automatisierung von Anlagen und Maschinen ist neben der Steuerungstechnik auch die Software-Erstellung zu einem wesentlichen Bestandteil geworden. Bachmann Electronic bietet für diesen Bereich das sogenante Bachmann Solution Center. Mit einer Reihe von modernen Software-Engineering- und Diagnose-Werkzeugen unterstützt das österreichische Unternehmen die rasche und komfortable Realisierung von Programmen für den Maschinenablauf, die Prozessregelung, die Visualisierung und nicht zuletzt die Kommunikation mit der Außenwelt. Für Anwender wie Ersa bedeutet dies, dass sie ihre Maschinen und Anlagen schneller auf den Markt bringen können.

Denn mit Engineering-Software von Bachmann entstehen bis ins Detail durchdachte und in jeder Hinsicht ausgereifte Komplettlösungen, die die Produktivität und Souveränität der entsprechenden Applikationen erhöhen, und zuverlässig auch in ferner Zukunft eingesetzt werden können.

Win-Win-Situation

Wirft man einen Blick zurück in die SMT-Fertigung von Bachmann, findet man auch dort Maschinen von Ersa: Der Versaprint S1 Schablonendrucker bedruckt hier rund um die Uhr und höchst präzise die Platinen. So profitieren beide Unternehmen von der Zusammenarbeit: Ersa bietet seinen Kunden hohe Flexibilität und Produktionsgeschwindigkeit. Bachmann wiederum kann diese Vorteile seiner Steuerung bei den Maschinen in der hauseigenen Produktion nutzen.

www.bachmann.info

Ausgabe:
aut 06/2012
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