29. JULI 2016

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»Wir leben schöpferische Zerstörung«


Interview

Robert Wachendorff - Der Geschäftsführer der Wachendorff-Gruppe erklärt, wie sich seine Unternehmen etwa durch guten Support und eine hohe Lösungskompetenz von reinen Distributoren unterscheiden, was für ihn Innovation bedeutet und wann es sich lohnt, ein Produkt neu zu entwickeln.
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Vor 34 Jahren hat Ihr Vater die Firma Wachendorff gegründet. Wann sind Sie in das Unternehmen eingestiegen?

Mitgeholfen habe ich von Anfang an. Damals war ich fünfzehn Jahre alt und ging noch zur Schule. Anschließend habe ich eine Ausbildung im Bereich Elektrotechnik absolviert und an der FH Gießen Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Während dieser Zeit habe ich aber in den Semesterferien und am Wochenende weiterhin in der Firma mitgearbeitet. Nach dem Studium bin ich 1989 in die Geschäftsführung eingetreten und habe die Leitung des Vertriebs übernommen.

Was hat sich seitdem geändert?

Mein Vater hatte die Wachendorff Prozesstechnik 1978 zunächst als reines Handels-Import-Unternehmen für intelligente und robuste Industrieelektronik gestartet. Im Laufe der Zeit haben wir die Impulse aus zahlreichen Kundengesprächen aufgegriffen und entschieden, selbst Produkte zu entwickeln und zu fertigen. Daraus ist 1985 die Wachendorff Elektronik entstanden, in der wir alles untergebracht haben, was mit der Entwicklung und Fertigung eigener Produkte zu tun hat. Mein Bruder Peter hat damals die beiden Bereiche Fertigung und Entwicklung verantwortet. 2006 haben wir beschlossen, die operative Geschäftsführung der Wachendorff-Gruppe vertikal aufzuteilen und dies auch sehr schnell umgesetzt.

Seitdem kann jeder seine eigenen Arbeitsmethoden umsetzen - was auch zwischenmenschlich eine gute Entscheidung war - und die unterschiedlichen Zielmärkte können wesentlich effizienter bearbeitet werden.
Ich habe zunächst die Prozesstechnik übernommen und mein Bruder die Elektronik. Außerdem haben wir 2006 die Drehgebersparte, die wir seit 1991 in der Wachendorff Elektronik parallel zu den Bediengeräten vorangetrieben haben, in eine dritte eigenständige Unternehmenseinheit - Wachendorff Automation - überführt, deren operative Geschäftsführung mir obliegt.

Inwieweit arbeiten die drei Unternehmenseinheiten zusammen?

Es gibt natürlich Synergieeffekte, die wir selbstverständlich nutzen. So kommen Drehimpulsgeber sowohl im Maschinenbau als auch in mobilen Arbeitsmaschinen zum Einsatz, etwa in Kränen oder Streumaschinen.

Bediengeräte hingegen hatten wir zunächst als Handelsprodukt für den Maschinenbau angeboten. Im Laufe der Zeit wünschten sich aber immer wieder Kunden Spezialanfertigungen. So haben wir die ersten Produkte selbst entwickelt, beispielsweise ein Anzeige- und Bediengerät mit Temperaturregelung und Zeitmessung für Ultraschallbäder. Schlussendlich ist daraus ein Standardprogramm entstanden. 1995 hat der Landmaschinenbauer Fendt bei uns nach einem Bediengerät für mobile Maschinen angefragt, sodass wir in diesen Geschäftsbereich mit der heutigen Wachendorff Elektronik eingestiegen sind. Das erste Gerät haben wir für einen Traktor entwickelt und es wurde sehr gut angenommen. Somit hängen unsere Geschäftseinheiten alle auch aufgrund der Firmenhistorie zusammen und der Vertrieb kennt die Ansprechpartner und Potentiale produktgruppenübergreifend. Aber auch im administrativen Bereich gibt es Vorteile. So wird etwa unser ERP-System über Mandanten verwaltet und von einer zentralen IT-Abteilung gepflegt, was teure Einzellizenzen überflüssig macht.

Und ganz besonders wichtig: Wir leisten uns sehr kapitalintensive Test- und Laboreinrichtungen. Diese werden praktisch rund um die Uhr genutzt, da alle Unternehmenseinheiten in der Produktentwicklungs- und -qualifizierungsphase darauf zugreifen. Somit stimmt die Auslastung, die Kosten lassen sich aufteilen und gemeinsam tragen, sodass dieser Kostenblock in der Preiskalkulation niedrig angesetzt werden kann.


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aut 05/2012
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