Herr Wittmann, mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz in 2011 prognostiziert der VDMA R + A für die von ihm vertretene Branche. Wagen Sie eine Prognose, wie sich diese gesteigerte Investitionsbereitschaft auf die Besucherzahlen der Automatica auswirken könnte?
Wir haben in der internationalen Besucherkommunikation viele Maßnahmen ergriffen, um die Anwenderbranchen noch individueller als bisher anzusprechen. Unser Ziel ist, die Automatica weltweit als Leitmesse der Automatisierung zu etablieren und zusätzliche Besucher nach München zu holen, weshalb wir über 30.000 erwarten.
Welches sind die Topthemen der diesjährigen Automatica?
Top-Thema ist »schneller, günstiger und qualitativ besser produzieren«. Die Highlights sind natürlich die Produktpräsentationen unserer Aussteller. Auch das Rahmenprogramm zeigt Top-Trends: Zwei neue Sonderschauen stellen den automatisierten Leichtbau mit Verbundwerkstoffen sowie die Batteriefertigung dar. Das Automatica-Forum informiert über Entwicklungen in unterschiedlichsten Industrien. Weitere Highlights sind Robotik-Preisverleihungen, der CEO Round Table über Robotiktrends, die Premiere der neuen VDMA-Nachhaltigkeitsinitiative, Bildverarbeitungsseminare sowie Nachwuchsförderung.
Leichtbau wird in der Sonderschau »Automatisierte Composite Produktion« thematisiert. Was hat es damit auf sich?
Diese Sonderschau informiert über geeignete Automatisierungslösungen für Faserverbund-Bauteile. Die sind durch Gewicht und Belastbarkeit in Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Maschinen- und Anlagenbau oder der Windenergietechnik sehr begehrt. Allerdings müssen sie noch weitgehend manuell gefertigt werden. Deshalb wird anhand einer kompletten CFK-Fertigungskette vom Carbonfaser-Gelege bis zur fertigen Komponente gezeigt, wie eine geeignete Automatisierung aussehen könnte.
Wen sprechen Sie mit der Sonderschau »Batterieproduktion und Automatisierungstechnik« an?
Eine Schlüsselrolle für die Elektromobilität spielen Hochenergiespeicher. Doch nur wenn sich diese mit Hilfe der Automatisierung in großen Serien produzieren lassen, wird sich die Elektromobilität auf breiter Ebene durchsetzen. In der Sonderschau zeigen zwanzig führende Unternehmen aus der Automatisierungsindu-strie und dem Batterie-Maschinenbau die kostengünstige und komplette Produktion von Batterien live.
Die Automatica ist die weltgrößte Roboterschau. Welchen Platz und Stellenwert hat in diesem Umfeld die Servicerobotik?
Uns interessiert der professionelle Einsatz von Servicerobotik, also der Bereich Haushaltassistenz-, Inspektions- und Reinigungsroboter, mit dem Fokus des zusätzlichen Robotereinsatzes in KMUs. Dieses Einsatzgebiet hat für die Messe einen hohen Stellenwert. Wir wissen, dass wir damit eine andere Zielgruppe als die produzierende Industrie ansprechen und uns an andere Branchen, an Forschungseinrichtungen oder an Kliniken wenden. Eine Präsentationsform, die diesen Interessen gerecht werden soll, ist die »Innovationsplattform Servicerobotik«, die wir zusammen mit dem Fraunhofer IPA schon zum vierten Mal umsetzen. Es hat sich gezeigt, dass gerade bei der Servicerobotik wichtig ist, die Aspekte der Grundlagenforschung mit zu betonen, die später in die Industrierobotik einfließen.